„Plötzlich muss das alles funktionieren“

Stormarner Tageblatt  24.03.2020

Die Umstellung auf E-Government läuft in Corona-Zeiten jetzt schneller

Die Oldesloer   Stadtverwaltung  ist aktuell für den Publikumsverkehr geschlossen.Niemeier
Die Oldesloer Stadtverwaltung ist aktuell für den Publikumsverkehr geschlossen.Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe E-Government ist ein großes Thema in den Verwaltungen. Sprich: Der Umstieg auf möglichst viele digitale Angebote soll es dem Bürger möglich machen, notwendige Erledigungen bei der Behörde auch weitestgehend online abzuwickeln. Das gilt von Anträgen bis hin zu Informationen.

Doch die Umstellung verlief zum Teil in den vergangenen Jahren schleppend. Jetzt ist durch das Corona-Virus eine Situation eingetreten, in der die Dinge schneller vorangetrieben werden sollen. Und da keine große Wahl bleibt, sind auch die Widerstände in manchen Büros kleiner geworden oder spielen schlichtweg keine Rolle mehr. Das ist auch in der Oldesloer Stadtverwaltung so.

„Es ist so gesehen auch eine Chance. Wir müssen jetzt Sachen umstellen, damit sie funktionieren, wir sind fleißig dabei stets nach technischen Lösungen zu suchen“, sagt Agnes Heesch. Das Thema sei sowieso ziemlich weit oben auf der Agenda gewesen und nun werde das Gaspedal durchgetreten. „Plötzlich muss das jetzt alles funktionieren“, erläutert Agnes Heesch. Auch das Thema Home office sei natürlich nun durch die Situation noch größer auf die Tagesordnung gekommen. Hinter den für den Publikumsverkehr der Mitbürger aktuell gesperrten Türen der Verwaltung tut sich nun also in diesen Wochen etwas.

Mitarbeiter sind sehr motiviert

Aus manchem „das haben wir immer so gemacht“ wird ein „es muss jetzt auch anders funktionieren“. Das gelte für größere Telefon- oder Videokonferenzen, die Gedanken daran, wie man Ausschüsse eventuell virtuell neu denken könne und viele ähnliche Themen.

„Es ist eine unfreiwillige Teststrecke sozusagen. Da ist jetzt ein neuer Schwung in diesen Themen“, sagt Bürgermeister Lembke, der bei seinen Mitarbeitern eine hohe Motivation festgestellt hat, diese Umstellungen nun zu begleiten. „Wir hatten ja schon vor Monaten einen unfreiwilligen Test, der wichtige Erkenntnisse gebracht hat“, sagt Lembke. Er meint damit das kostenlose Parken in der Oldesloer Innenstadt, das dadurch ausgelöst wurde, dass die damals überalterten Automaten nicht mehr repariert wurden. Es kam zum Parkchaos und die Forderung mancher Einzelhändler nach freien Parkplätzen in der Innenstadt zur Belebung konnte ad acta gelegt werden.

Was werden wohl die unfreiwilligen Tests in Sachen E-Government und auch die vermehrten Homeoffices mit sich bringen. „Ich gehe davon aus, dass das, was nun gut funktioniert, was sich bewährt, auch nach dem Corona-Virus nicht wieder zurückgedreht wird. Das wäre gut vorstellbar“, so die Stadtsprecherin.

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