Feuerwehren einsatzbereit

Stormarner Tageblatt  25.03.2020

Die Feuerwehren haben besondere Maßnahmen getroffen – Die IRLS hat eine Bitte

„Die Feuerwehr ist auch jetzt einsatzbereit“: Bad Oldesloe Gemeindewehrführer Olaf Klaus.Nie
„Die Feuerwehr ist auch jetzt einsatzbereit“: Bad Oldesloe Gemeindewehrführer Olaf Klaus.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Auch für die Feuerwehren und Rettungskräfte bedeutet das Corona-Virus eine besondere Herausforderung. Und das gleich auf zwei Ebenen. Erstens sollen sich möglichst keine und wenn so wenige Einsatzkräfte mit dem Virus infizieren und zweitens muss man auch auf den Fall eingestellt sein, dass an einem Einsatzort ein Mensch mit einer Infektion angetroffen wird. Außerdem ist es selbstverständlich eine Herausforderung, Wege zu finden, wie die Ausbildung der Jugendwehr nicht vollkommen zum Erliegen kommt, gerade mit dem Blick darauf, dass die Situation noch länger anhalten könnte.

„Sämtlicher Dienst- und Ausbildungsbetrieb sowie Versammlungen und Zusammenkünfte aller Art sind bis auf weiteres komplett eingestellt worden. Diese gilt selbstverständlich auch für die Jugendfeuerwehren der Gemeinde und dem Musikzug Rethwischfeld. Auch davon betroffen ist die Fitness-Gruppe „fit for fire“ und die Brandschutzfrüherziehung beziehungsweise Brandschutzaufklärung“, so Bad Oldesloes Gemeindewehrführer Olaf Klaus.

„Von den Maßnahmen nicht betroffen ist der Einsatzdienst, den wir als Feuerwehr für die Bürger der Stadt Bad Oldesloe weiter in gewohnter Professionalität ausführen. Der Bürger selbst wird von unseren „Corona-Maßnahmen“ nichts merken“, stellt der Gemeindewehrführer klar.

„Für den Einsatzfall arbeiten wir momentan mit einem von uns gestellten Einsatzleiter vom Dienst (ELvD). Die Fahrzeuge und die Besatzung der Fahrzeuge haben wir an das Einsatzstichwort und den Anordnungen des Einsatzleiters angepasst. Wir fahren die Einsätze nach dem Motto so viele Kameraden wie nötig und so wenig wie möglich“, um eine mögliche Infektion zu minimieren. Die Einsatzkräfte sind angewiesen, sich nach einem Einsatz die Hände gründlich zu waschen oder zu desinfizieren“, erklärt Klaus.

„Wir sind im engen Kontakt und enger Absprache mit der Feuerwehr und stimmen notwendige Maßnahmen ab. Es wird auch diskutiert, wie man die Ortswehren vielleicht anders einbindet oder dort vielleicht zusätzliche Einsatzfahrzeuge unterbringt“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke. Ziel sei es, bei möglichen Corona-Verdachtsfällen möglichst wenige Einsatzkräfte in Quarantäne zu „verlieren“.

Sollte an einer Einsatzstelle ein Corona-Verdacht vorliegen, müsse das sofort den Rettungskräften mitgeteilt werden. Außerdem sollen Bürger an Einsatzstellen fünf Meter von der Feuerwehr Abstand halten. Wenn man vom Einsatzgeschehen betroffen sei, werden die Feuerwehrleute unter Einhaltung aller Hygienevorschriften den Kontakt herstellen. Der Zugang zur Feuerwehrwache ist außerdem aktuell nur Mitgliedern der Wehr gestattet.

„Um den Kameradinnen und Kameraden der Jugendfeuerwehr weiterhin ein Ausbildungsmöglichkeit zu schaffen, haben die Jugendwarte übrigens eine Online-Ausbildung ausgearbeitet, damit unser Nachwuchs ausgebildet werden kann“, berichtet Olaf Klaus. So entstehe keine große Lücke bei der wichtigen Gewinnung von Nachwuchs. „Ich wünsche allen Mitbürgern, dass wir gesund durch die Corona–Zeit kommen“, so Olaf Klaus.

Auch die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) Süd hat sich auf die neuen Bedingungen eingestellt. Besichtigungen und Besuche sind nicht möglich. Alle Dienstpläne wurden aufgehoben und ein neuer Schichtdienst eingeführt, der das Ansteckungsrisiko minimieren soll. Der persönliche Kontakt bei Schichtübergabe werde auf das nötigste reduziert. Administratoren und Leitungskräfte seien zum Teil im Home Office.

Ein wichtiger Hinweise der Rettungsleitstelle ist es, dass der Notruf weiterhin nur bei Notfällen wie Feuer, Lebensgefahr, Verletzungen, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Unfällen gewählt werden soll und nicht bei Fragen zum Corona-Virus. Patientenfragen zu Erkrankungen sollten unter 116117 gestellten werden.

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