Erleichterung über Abi-Entscheidung in Stormarn

Lübecker Nachrichten   27.03.2020

Oldesloer Schulleiter begrüßen klare Ansage zu Abitur-Prüfungen aus Kiel – Ablauf könnte aber Probleme machen

Bad Oldesloe/Ratzeburg. Ein Abi ohne Prüfungen? Schulabschlüsse ohne schriftliche und mündliche Prüftermine? So etwas ist bislang undenkbar gewesen. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plante dennoch eine Absage der Abitur- und auch aller anderen Abschlussprüfungen wegen der Corona-Pandemie und ist damit am Widerstand der anderen Bildungsminister gescheitert.

Das wäre schon eine vernünftige Lösung gewesen“, erklärte der stellvertretende Schulleiter der Ida-Ehre-Gemeinschaftsschule (IES), Sven Baumann, in Bezug auf den Vorschlag von Bildungsministerin Karin Prien, die Abschlussprüfungen in diesem Jahr zu canceln. Die Länder haben sich nun gemeinsam anders entschieden: „Auch darauf sind wir vorbereitet, haben genug Räume und Kollegen, welche die Prüflinge – an der IES wären es 75 Abiturienten, 38 Schüler beim mittleren und 19 beim einfachen Schulabschluss – in kleinen Gruppen beaufsichtigen können. Für die Schüler wird es aber auf jeden Fall eine besondere, eventuell auch belastende Prüfungssituation sein, denn ein Austausch direkt vorher oder nachher fällt weg“, betont Baumann.

Auch Henning Bergmann, Schulleiter der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) in Vad Oldesloe, fand den Vorschlag, das Abitur diesmal ohne Prüfung und unter Berücksichtigung des derzeitigen Leistungsstandes zu bekommen, nicht schlecht. Vor allem aber war ihm wichtig, dass die Länder zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Das ist jetzt geschehen.

„Für die Schüler – an unserem Gymnasium betrifft es 115 – ist es derzeit nicht leicht, sich auf den Prüfungsstoff zu konzentrieren, ein gemeinsames Lernen gibt es nicht. Daher ist es gut, dass nun eine Entscheidung gefällt wurde, die den Schülern Sicherheit gibt“, erklärt Bergmann. Wie genau die Abiturprüfungen nun ablaufen werden, weiß er allerdings noch nicht. Dazu muss erst der Erlass des Ministeriums erfolgen, ob der Unterricht ab 20. April planmäßig wieder beginnt. „Erst mit diesem Bescheid können wir weiter planen.“

Ähnlich sieht es der stellvertretende Schulleiter der Beruflichen Schulen des Kreises Stormarn (BSK), Micha Garber. „Wir wissen nicht, was nach den Osterferien sein wird. Wenn die Schule nicht wieder beginnt, haben wir genug Platz. Beginnt sie wieder, kommt es darauf an, wie die Sicherheitsmaßnahmen aussehen werden.“

An den Beruflichen Schulen sind es derzeit rund 100 Schüler, welche die Abitur-, 120 die die Fachhochschulprüfungen und 100, welche die Prüfungen zum mittleren Bildungsabschluss absolvieren müssen. saf

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