Müllmänner und Fahrzeuge fehlen: Tonnen bleiben stehen

Lübecker Nachrichten   27.03.2020

Auch die Abfallwirtschaft bleibt vom Coronavirus nicht verschont: In den nächsten beiden Wochen können Restmülltonnen nicht geleert werden

Elmenhorst. Nach der zuletzt ausgefallenen Abfuhr der Biotonnen in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg sollen diese in den beiden kommenden Wochen wieder planmäßig geleert werden.

Ab Montag, 30. März, bis einschließlich Sonnabend, 11. April, fällt dafür allerdings die Abfuhr der meisten Restabfall-Behälter aus. Davon betroffen sind alle Behälter mit zwei Rädern (40 Liter bis 240 Liter Volumen). Das teilt die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) mit. Nur in absoluten Notfällen, etwa bei Nutzung von Windeln, könne bei der nächsten Abfuhr maximal ein blauer Abfallsack neben den Restabfall zur Abholung bereitgestellt werden.

Großbehälter mit vier Rädern (770 und 1100 Liter Volumen) werden demnach auch in den kommenden zwei Wochen planmäßig geleert. Vordringlich muss laut AWSH die Restabfallentsorgung in Betrieben der „Kritischen Infrastruktur“, in denen die Vier-Rad Behälter genutzt werden, sichergestellt sein. Das sind unter anderem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Klärwerke, Rettungswachen und vergleichbare Einrichtungen. Das trifft auch für die Restabfallentsorgung bei produzierenden Firmen und im Bereich des Geschosswohnungsbaus, also Wohnanlagen, in denen viele Menschen zusammenleben, zu.

„Die Leerung aller Abfallbehälter kann im Moment leider nicht sichergestellt werden. Nach wie vor ist die Fahrzeugflotte für die Abfallsammlung dezimiert.

Wie bereits berichtet, sorgen Krankheitsfälle bei den Fahrern des beauftragten Logistikunternehmens und die schleppende Lieferung von Ersatzteilen für zu reparierende Fahrzeuge für Ausfälle“, sagt Dennis Kissel, Geschäftsführer der AWSH. Mittlerweile gebe es unter Fahrern von beauftragten Logistikunternehmen Quarantänefälle. Es stehe zu befürchten, dass weitere folgen.

Die AWSH bittet um Verständnis für die Einschränkungen bei der Leerung der Abfallbehälter. Sie arbeitet an Lösungen, damit es nicht wieder zu so einem Müllchaos kommt wie im Sommer 2018. Allerdings könne das Unternehmen eine Ersatzleistung oder eine sonstige sofortige Abhilfe unter diesen schwierigen Bedingungen noch nicht anbieten, teilt die AWSH weiter mit. Aufgrund der Corona-Krise waren bereits alle Recyclinghöfe geschlossen worden.

Viele Kunden haben daher auch bereits eine Entschädigung eingefordert. „In Kooperation mit der AWSH arbeiten wir in diesem Zusammenhang bereits an einer kulanten Lösung in Form einer Rückerstattung von Entgelten“, sagen übereinstimmend Dr. Henning Görtz, Landrat des Kreises Stormarn, und Dr. Christoph Mager, Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg.

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