Wo in Stormarn die Fäden zusammenlaufen

Stormarner Tageblatt  02.04.2020

Corona-Krise: Kreativität, Lieferservice und Hilfen online

Leere Innenstädte, aber mehr  digitale Möglichkeiten bei Online-Bestellungen und lokalem Lieferservice.Niemieier
Leere Innenstädte, aber mehr digitale Möglichkeiten bei Online-Bestellungen und lokalem Lieferservice.Niemieier
Selbstgenähter Behelfs-Mund-Nasen-Schutz. Die MachBar

Selbstgenähter Behelfs-Mund-Nasen-Schutz. Die MachBar

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Onlinedienste, Lieferservice, Unterstützungsprogramme – nach dem ersten Schock, dass bestimmte Segmente des Einzelhandels und die komplette Gastronomie im Rahmen der Corona-Prävention schließen mussten, folgen in vielen Unternehmen kreative Ideen.

Immer mehr Geschäfte bieten einen Lieferservice an. So hat sich zum Beispiel die Oldesloer „EisBar“, die zuvor tatsächlich einen Tag nach der Saisoneröffnung wieder ihre Türen schloss (wir berichteten), nun einen Lieferservice eingerichtet. Das Restaurant Laurent am Markt hat nun auch einen Abholservice, die Weinwelt27 liefert nach Hause und so weiter. Gerüchte darüber, dass es ordnungsamtliche Bedenken geben könnte, wenn Geschäfte, die bisher keinen Lieferservice hatten, einen solchen einrichten, hat Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch widersprochen. „Wer in seinem Segment bleibt und nicht plötzlich was ganz anderes macht, der kann das machen. Bei Speisen und Nahrungsmitteln sind natürlich entsprechende Auflagen des Gesundheitsamts einzuhalten“, so Heesch.

In der Kreisstadt hat die Wirtschaftsvereinigung daher auch eine Homepage erstellt, auf der man nachlesen kann, welches Geschäft, welche Dienstleistung anbietet. Dazu findet man alles unter www.gemeinsam-in-oldesloe.de .

Den kleinen, noch recht jungen Do-it-yourself-Shop „MachBar“ in der Hindenburgstraße, der in dem städtischen Ladengeschäft eingezogen ist, erwischte die Corona-Krise noch mitten in der Phase, in der man sich gerade etabliert hatte. Chefin Daniela Frackmann setzte als eine der ersten daher direkt auf ein kreatives Crowdfunding. Auf der Plattform startnext.de können Kunden nun spenden und sich dafür als Gegenleistung bestimmte Angebote sichern. Diese reichen vom Kaffee in der Machbar (nach Aufhebung der Beschränkungen natürlich) bis zum eigenen Kreativ-Event. So sind schon über 3700 Euro zusammengekommen. Die Machbar selbst bringt sich übrigens jetzt aktiv beim Nähen von Mund-Nasen-Schutz ein. Frackmann koordiniert die Nähaktionen in der Kreisstadt. Die Masken werden gegen eine freiwillige Spende abgegeben.

Eine spannende Möglichkeit gibt es, das Oldesloer Oho-Kino zu unterstützen. Auf der Homepage www.hilfdeinemkino.de kann man recht unkompliziert helfen. Man schaut sich einfach die Werbeclips und Trailer zuhause an, die sonst vor dem Film im OHO-Kino gelaufen wären. Der Anbieter dieses Services verspricht, dass die Gelder an das jeweilige Kino gehen. Wer keine Clips sehen möchte, kann auch direkt spenden.

In der Stadt Bargteheide (www.bargteheide.de ) hat Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht dazu aufgerufen, lokale Geschäfte zu unterstützen: „Kaufen Sie vor Ort.“ Bei Facebook gibt es die Gruppe „Lieferdienst Bargteheide“, wo Angebote zusammengefasst werden.

In Ahrensburg hat ein Unternehmen die Möglichkeit geschaffen, dass sich jeden Dienstag und Donnerstag Geschäftsleute per Videokonferenz austauschen können (https://cvh-design.de/unternehmen-helfen-unternehmen ). Auch eine entsprechende Facebookgruppe wurde eingerichtet.

In Reinfeld gibt es das Onlineangebot www.reinfeld-hilft-sich.de , das private und gewerbliche Angebote sammelt. Und in Reinbek ist die Plattform www.reinbek-hilft.de gegründet worden. Auch dort gilt der Aufruf: „Kaufen Sie lokal!“

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