Besonderer Trend: Große Freude an kleinen Steinen

Stormarner Tageblatt  16.04.2020

Was als „Kindness rocks project“ in den USA startete, ist mittlerweile auch in Stormarn angekommen.

Blumiger Stein.nie
Blumiger Stein.nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wer in Stormarn aktuell bei einem Corona-Spaziergang an der frischen Luft mit offenen Augen durch die Natur geht, sieht immer häufiger bunt bemalte Steine am Wegesrand auf Bänken oder am Straßenrand abgelegt. Das sind nicht etwa versehentlich verloren gegangene Minikunstwerke, sondern bewusst ausgelegte, bunt bemalte Steine, die extra zu diesem Zweck von privaten Künstlern hergestellt wurden.

Seit ungefähr einem Jahr ist der Trend in Norddeutschland angekommen und hat sich mittlerweile – gerade in Corona-Zeiten – auch in Stormarn immer weiter durchgesetzt. Es hat sich sogar bereits eine eigene Facebook-Gruppe unter dem Namen „Steine OD“ zu dem Thema gegründet. Zuvor bestanden bereits ähnliche Gruppen in Segeberg, im Herzogtum-Lauenburg oder in Hamburg. Im Gegensatz zu den „Elbstones“ mit über 27.000 Mitgliedern ist die Stormarner Gruppe allerdings mit 37 Teilnehmern noch überschaubar.

Das Konzept hinter der Idee ist recht einfach. Mit den kleinen Kunstwerken soll den Findern eine Freude bereitet werden, gleichzeitig sollen die Ersteller, ähnlich wie bei einer Flaschenpost, davon erfahren, wo ihre Steinchen gelandet sind.

Wenn ein Künstler neue Steine auslegt, postet er ein Foto von diesen in den sozialen Netzwerken, ebenso verfahren Finder der Steine. Dann sollen die jeweiligen Finder die Steine an einer anderen Stelle wieder in die Freiheit entlassen. Es sei denn, ihnen gefällt eines der künstlerischen Kleinode so gut, dass sie es behalten wollen, dann sollten sie allerdings möglichst selbst einen weiteren Stein anfertigen und auslegen, damit das besondere Spiel seine Fortsetzung findet. Wichtig ist dabei, dass man Steine nicht an Orten ablegt, wo sie für andere gefährlich werden könnten – so etwa auf Autos. Private Gelände oder Geschäfte, in denen man nicht explizit um Erlaubnis gebeten hat, sollen ebenfalls gemieden werden, damit Steinesucher nicht etwa in private Gärten gehen, weil sie glauben einen bemalten Sammelstein entdeckt zu haben.

Die Ursprünge des Trends liegen im „Kindness rocks project“, das 2015 in den USA entstand. Dort legte die Amerikanerin Megan Murphy einen Stein mit der Aufschrift „You´ve got this“ aus. Ein Freund fand ihn, freute sich darüber, und Murphy begann, weitere Steine auszulegen. Das besondere Hobby hat sich auch in verschiedene weitere Richtungen entwickelt. Einige Menschen beschreiben die Steine mit Sprüchen, andere verschenken sie. Im Internet finden sich zahlreiche Sammlungen der schönsten bemalten Steine, die zum Teil offenbar schon quer durch verschiedene Länder und über Kontinente gereist sind.

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