„Oase“ freut sich über weitere Förderung vom Bund

Lübecker Nachrichten   21.04.2020

Einrichtung bekommt für weitere acht Jahre Geld vom Bundesfamilienministerium – 40 000 Euro gibt es jährlich

Silke Mosemann mit den Handpuppen Oma und Opa – die neuen Facebook-Stars der „Oase“.Foto: Oase

Bad Oldesloe. Gute Nachricht in schwierigen Zeiten für das Mehrgenerationenhaus „Oase“ in Bad Oldesloe: Der Bund hat das Förderprogramm Mehrgenerationenhaus, das in diesem Jahr ausgelaufen wäre, gleich für acht Jahre verlängert und den jährlichen Zuschuss auf 40 000 Euro pro Einrichtung festgesetzt. Bis 2019 waren es 30 000 Euro für jedes der 535 Mehrgenerationenhäuser, die von der Förderung profitiert haben. „Dieser feste Sockelbetrag gibt uns Planungssicherheit für einen längeren Zeitraum“, sagt Wiebke Finck, die das Mehrgenerationenhaus in Bad Oldesloe gemeinsam mit Andrea Kefrig-Blase leitet.

Die „Oase“ organisiert im Auftrag der Stadt die Offene Ganztagsbetreuung (OGTS) in der Klaus-Groth-Schule und der Grundschule West und sorgt seit Jahren für die Notfallbetreuung im Auftrag der Stiftung „Beruf und Familie im Hansebelt“. „Alles in allem sind jetzt 45 Mitarbeiter für uns tätig, die meisten in Teilzeit“, sagt Andrea Kefrig-Blase.

Die Corona-Krise trifft allerdings auch die „Oase“ schwer. Die Kindergruppen im Haus sind geschlossen: ohne Schule keine Ganztagsbetreuung. Wie die Notbetreuung für Kinder der arbeitenden Bevölkerung umgesetzt werden kann, sei ebenfalls noch mit vielen Fragezeichen versehen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Aber die „Oase“ begegne der Krise mit Engagement und Kreativität. Seit das Haus an der Ratzeburger Straße für Besucher gesperrt werden musste, wird unter der Telefonnummer 045 31/67 08 48 telefonische Hilfestellung und Beratung angeboten. Das Quiz wird per E-Mail weitergeführt, „damit Interessierte ihr Gehirn auf Trab halten können“. Zudem möchte die „Oase“ ein Mutmach-Buch mit selbst erlebten oder ausgedachten Geschichten, Gedichten, Gedanken oder Zeichnungen herausbringen, an dem sich jeder beteiligen kann.

Aus der Not wurde auch die Idee für Handpuppen-Videos geboren, die das Bundesfamilienministerium mittlerweile sogar anderen Mehrgenerationenhäusern als Vorzeige-Beispiel nahelegt. „Wir hatten Lisa und Ben, Oma und Opa für unser Ferienprogramm in den Schulen angeschafft. Weil das wegen der Kontaktbeschränkungen abgesagt werden musste, haben wir überlegt, was wir alternativ damit anfangen können. Wir machen jetzt kleine Videos, in denen sich die Handpuppen über Corona und die Folgen unterhalten. Das hilft Kindern, die Umstände besser zu verstehen. Und es kann auch Anregung für Eltern sein, ihren Kindern schwer Verständliches einfach zu erklären“, sagt Andrea Kefrig-Blase.

Als perfekte Puppenspielerin habe sich Silke Mosemann erwiesen, die Lisa, Ben, Oma und Opa mit Stimme und Mimik zum Leben erweckt. Bis jetzt wurden sechs kleine Videos produziert. Es geht um Freizeitbeschäftigung zu Hause, Geschenke für die Großeltern oder Opas Yogaübungen. Jede Woche werden zwei weitere Videos online gestellt. Zu sehen sind sie auf der Facebook-Seite der „Oase“.

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