Alle unter einem Himmel

Stormarner Tageblatt  25.04.2020

Das Hospiz Lebensweg im Sandkamp ist so gut wie fertig und begrüßt Anfang Mai seine ersten Gäste

Die  30 haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter von  Lebensweg freuen sich, dass es nun endlich los geht. Freshmen Films
Die 30 haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter von Lebensweg freuen sich, dass es nun endlich los geht. Freshmen Films
 
Schöne  Begrüßung: Blumen stehen in jedem Gästezimmer.
Schöne Begrüßung: Blumen stehen in jedem Gästezimmer.

Susanne Rohde Bad Oldesloe „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, jetzt endlich starten zu können. Es ist ein fantastisches Haus geworden mit viel positiver Idee“, freut sich HospizGründerin Sabine Tiedtke. Viel Holz, viel Licht, helle Farben und jede Menge liebevolle Details – das Hospiz Lebensweg im Sandkamp ist ein wunderschönes Haus mit großer Ausstrahlung. Rund eineinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich wurde das stationäre Hospiz für Jung und Alt jetzt fertiggestellt.

E igentlich war eine feierliche Eröffnung mit vielen Gästen geplant, die Corona-bedingt abgesagt werden musste. Und auch der Tag der offenen Tür muss nun ausfallen. Nichtsdestotrotz nimmt das Hospiz Anfang Mai seinen Betrieb auf. Der erste Gast wird am 4. Mai ins Haus einziehen. „Wir haben bereits zehn Anmeldungen, die Gäste werden aber nicht alle auf einmal kommen, sondern nach und nach, damit sich unser Team langsam darauf einstellen kann“, sagt Sabine Tiedtke. „Unser Plan ist, dass wir Mitte Mai acht Gäste haben“, so die Geschäftsführerin.

Die Corona-Krise habe leider auch im Hospiz für Wirbel gesorgt. „Wir hatten Glück, dass wir im Vorwege fast alles Material zusammen bekommen haben“, so Sabine Tiedtke. Allerdings seien die medizinischen Schutzmasken jetzt ein großer Kostenfaktor, der so nicht eingeplant war. Dadurch entstand eine Finanzierungslücke von rund 20.000 Euro, die das Hospiz durch Spenden zu decken hofft. Die Gesamtkosten des Bauprojekts erhöhen sich von 3,5 auf nun rund 4 Millionen Euro. „Da ist jetzt leider eine kleine Nachfinanzierung nötig“, sagt Tiedtke. Die Inneneinrichtung und Gestaltung der Außenanlagen wurde komplett über Spenden finanziert.

D ie Bewohner des Hospizes heißen Gäste und nicht Patienten, auch wenn sie zum Sterben hierher kommen. Und deshalb hat man als Besucher auch nicht das Gefühl in einem Krankenhaus, sondern in einem Wellness-Hotel zu sein. Das Haus, das über eine Gesamtfläche von mehr als 1200 m² verfügt, will seinen Gästen, die hier ihre letzten Lebenstage oder -wochen verbringen, die Zeit des Abschieds so angenehm wie möglich gestalten. Dafür sorgen auch die 30 Voll- und Teilzeitkräfte, die sich rund um die Uhr um alle Belange kümmern, wie palliative, therapeutische und psychosoziale Versorgung der Gäste. Für Angehörige gibt es zwei Apartments im Obergeschoss. Die zwölf Gästezimmer im Erdgeschoss haben ein barrierefreies Bad und eine kleine eigene Terrasse mit Blick ins Grüne. Ein Blick zur Decke offenbart etwas, das sich in jedem der Gästezimmer befindet, nämlich die „Blume des Lebens“, ein großes kreisrundes Ornament mit 90 Blütenblättern.

I m großen Gemeinschaftsraum, dem Atrium in der Mitte des Hauses, steht ein mehr als vier Meter hoher Hibiskus-Baum. Außerdem gibt es ein weißes E-Piano und eine Sitzgruppe vor einem Wandkamin lädt zum Verweilen ein. In der hauseigenen Küche werden täglich frische Mahlzeiten zubereitet. Eine Kaffeeküche mit Tresen lädt zum Kaffeetrinken ein, und frisch gebackener Kuchen steht immer bereit. Der „Raum der Stille“ kann zum Innehalten genutzt werden, für Gespräche oder zum Meditieren. Außerdem können hier auch Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen stattfinden.

Bereits am vergangen Montag starteten die ersten Mitarbeiter. „Sie begrüßen zu können, war überwältigend“, sagt Sabine Tiedtke, die sich besonders darüber freut, dass auch Detlev Buck kürzlich im Hospiz vorbei schaute. Der bekannte Schauspieler und Regisseur aus Nienwohld hat die Schirmherrschaft für das Hospiz übernommen und war ganz begeistert von dem nunmehr fertigen Haus.

Weil die Einweihungsfeier ausfallen muss, werden demnächst viele der zunächst eingeladenen Besucher, wie etwa Landrat Dr. Henning Görtz und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, in kleinen Gruppen durch das Haus geführt.

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