Wie Schulen sich aufs Abi vorbereiten

Stormarner Tageblatt  27.04.2020

Eingangskontrollen, Seifen- und Handtuchspender – und ganz viel Platz

In der Aula der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe werden die eintreffenden Abiturienten zunächst registriert. st
In der Aula der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe werden die eintreffenden Abiturienten zunächst registriert. st

Frauke Schlüter und Susanne Rohde Reinfeld/Bad Oldesloe Abstand halten, einzeln eintreten, Hände desinfizieren: In Corona-Zeiten müssen sich die Abiturienten der Immanuel-Kant-Schule (KGS) in Reinfeld nicht nur auf das Lernpensum und die Abschlussprüfungen konzentrieren, sondern am Prüfungstag zusätzlich diverse Vorsichts- und Hygienemaßnahmen befolgen.

Im Vorwege hatten Schulleiterin Jennifer Behnke und ihr Team alle Hände voll zu tun, um sämtliche gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Am Ende hat alles bestens geklappt. Die Abi-Prüfungen werden unter der Aufsicht von insgesamt 18 Lehrkräften (plus Ersatzkräfte) in der Aula und in der Mensa des Ganztagszentrums geschrieben. Eine gute Lösung, da dort aufgrund der Größe der Räumlichkeiten die Sicherheitsabstände am besten eingehalten werden können.

„Der Abstand der Tische ist so bemessen, dass immer vier Meter quer zwischen den Tischen sind, um einen Durchgang zu ermöglichen“, erklärt Behnke. Während der Prüfungen sind nur Lehrkräfte eingesetzt, die auch im 13. Jahrgang unterrichten. Die anderen Lehrerinnen und Lehrer arbeiten teils im Home-Office oder im Vorbereitungsunterricht.

Eintreten im Minutentakt

In jedem Raum der KGS hat der Hausmeister Seifen- und Handtuchspender angebracht – auch an den Eingängen. Für die Abiturienten gilt die Regel: Der Hygiene-Abstand von 1,5 Metern ist unbedingt einzuhalten. Diese Maßnahme macht sich vor allem bei den Eingangskontrollen bemerkbar. Die Prüflinge sollen im Minutentakt eintreffen, sich an den vor dem Eingang in gebührendem Abstand aufgestellten Hütchen aufstellen und dann einzeln eintreten. Danach muss sich jeder Abiturient die Hände waschen und desinfizieren sowie eine Erklärung zu den Hygiene-Maßnahmen mit Namen unterschreiben. „Die Hilfsmittel für die Abi-Prüfungen wie Duden sind vorher desinfiziert worden. Die Prüfungsunterlagen werden mit Handschuhen vor der Prüfung auf die Tische gelegt“, so die Schulleiterin.

250 Schüler/innen in 35 Räumen geprüft

Selbstverständlich stehen Lehrer und Schüler vor den Abi-Prüfungen immer in engem Kontakt. Behnke: „Von den drei Wochen Ferien mal abgesehen gab es zwei Wochen Schulschließung. In diesen Wochen wurden die Abiturienten engmaschig von den Lehrkräften sowohl telefonisch als auch digital betreut. In dieser Phase ging es hauptsächlich um das Üben und Wiederholen“, erklärt Behnke. Der 13. Jahrgang ist trotz Corona bestens vorbereitet. Und die Hygienemaßnahmen sollten bei 41 Prüflingen an der KGS ebenso gut zu bewältigen sein.

Auch im Gymnasium der Beruflichen Schule am Schanzenbarg in Bad Oldesloe sitzen seit dem 21. April knapp 150 Abiturientinnen und Abiturienten über ihren Abiprüfungen. Jan-Erik Barg (19), Schüler des Technikprofils, und Nadja Mehls (18), Schülerin des Gesundheitsprofils des Beruflichen Gymnasiums, finden, dass für ihre Abschlussprüfungen alles bestens organisiert und geregelt ist. So gibt es keine langen Schlangen im Wartebereich vor der Schule und auch für die Handdesinfektion vor der Registrierung der Abiturienten ist gesorgt. Anschließend werden ihnen die Prüfungsräume zugewiesen. Noch bis zum 4. Mai werden hier knapp 350 Schülerinnen und Schüler in sieben Schulformen geprüft. Spitzenreiter aber wird der heutige Montag, 27. April, sein, denn dann werden 250 Schülerinnen und Schüler parallel in 35 Räumen geprüft.

Nach den schriftlichen Prüfungen im April und Mai folgen die mündlichen bis zum 19. Juni.

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