Unterrichten in Schichten

Stormarner Tageblatt  07.05.2020

Ein Hauch von Schulalltag unter erschwerten Bedingungen: Beispiel Masurenwegschule

Sascha Plaumann, Leiter der Schule am Masurenweg, vor den beiden von einander getrennten Bereichen der Oldesloer Grund- und Gemeinschaftsschule. Rohde
Sascha Plaumann, Leiter der Schule am Masurenweg, vor den beiden von einander getrennten Bereichen der Oldesloer Grund- und Gemeinschaftsschule. Rohde
 

Susanne Rohde Bad Oldesloe Hurra, endlich wieder Schule! Nach mehr als sieben Wochen Zwangsferien wegen der Corona-Pandemie dürfen ab gestern auch alle Viertklässler wieder zum Unterricht in ihre Grundschulen, allerdings unter ziemlich strengen Hygienemaßnahmen.

Flatterbänder, Klebestreifen, Stop- und Hinweisschilder, Desinfektionsmittel und Toiletten-Benutzungspläne: In der Schule am Masurenweg ist alles noch mal etwas komplizierter, denn sie ist die einzige Grund- und Gemeinschaftsschule im Kreis. Hier werden Kinder und Jugendliche von der 1. bis 10. Klasse unterrichtet, und das erfordert ganz besondere Maßnahmen. Die 70 Neunt- und Zehntklässler haben einen eigenen Ein- und Ausgang und bereiten sich gerade auf ihre Abschlussprüfungen in der nächsten Woche vor. Die rund 100 Viertklässler werden zunächst in halber Klassenstärke und in Gruppen und Schichten in einem eigenen Schultrakt unterrichtet.

Manoel Griese ist happy, endlich wieder Unterricht zu haben. Sieben Wochen lang spielte er mit seinen beiden Geschwistern im heimischen Garten in Grabau. Der Zehnjährige lässt sich von FSJler Max Sarachow den Eingang zeigen, bevor er sich die Hände desinfiziert und in sein Klassenzimmer geht. „Wir freuen uns, dass so langsam wieder ein Stück Normalität einkehrt. Aber auf Dauer und mit mehr Schülern ist das so nicht durchzuhalten“, sagt Schulleiter Sascha Plaumann. Die Viertklässler haben in den nächsten Wochen zumindest tageweise und in acht Gruppen wieder fünf Stunden Unterricht pro Tag.

Desinfektion ja – Maskenpflicht nein

„Da wir eine Grund- und Gemeinschaftsschule sind, müssen wir die Verordnungen für beide Schulformen irgendwie unter einen Hut kriegen“, so der Schulleiter. Denn es fehlen auch 20 Prozent der Lehrer, die aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend vom Unterricht frei gestellt wurden. „Die Sicherheit und der Infektionsschutz haben Priorität“, betont Plaumann. Deshalb habe er mit dem Schulträger und der Reinigungsfirma ein strenges Hygienekonzept entwickelt. Alle Personen, die das Gebäude betreten, müssen das bereitstehende Desinfektionsmittel benutzen – und zwar unter Aufsicht. Die Plätze der jeweils etwa zwölf Kinder in den Klassenräumen sind mit Abstand aufgestellt. Auch die Pausenzeiten wurden entzerrt und es gibt vier mit Flatterband abgegrenzte Teilbereiche auf dem Spielplatz. Der Unterricht wurde in zwei lange Blöcke eingeteilt mit einer großen und bewegten Pause dazwischen, wo auch gefrühstückt werden kann. Gesichtsmasken sind nicht vorgeschrieben, aber Pflicht für die Fahrschüler in den Schulbussen.

Herausforderung für Schulen

Wie es nun weitergeht in den Schulen, hängt von politischen Entscheidungen ab, an die das Beschulungskonzept erneut angepasst werden muss. Ziel ist es, dass bis zu den Sommerferien alle Kinder zumindest eingeschränkt wieder Unterricht in ihren Klassenräumen haben werden. Plaumann: „Wir versuchen jedenfalls, das Beste für die Kinder zu erreichen.“

Fakt ist: Die Beschulung – natürlich überall im Kreis Stormarn – ist eine große Herausforderung für die Lehranstalten, die Umsetzung und Einhaltung überaus schwierig.

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