Kino-Hits „mit Abstand“

Stormarner Tageblatt  30.05.2020

Wenn in drei Wochen das Oho-Kino wieder öffnet, wird es zwar viele tolle Filme, aber weniger Vorstellungen geben

Kinochef Heinz Wittern bringt sein Oho-Kino erst mal ordentlich auf Vordermann, bevor sich am 18. Juni wieder die drei Säle  öffnen. Rohde
Kinochef Heinz Wittern bringt sein Oho-Kino erst mal ordentlich auf Vordermann, bevor sich am 18. Juni wieder die drei Säle öffnen. Rohde

Susanne Rohde Bad Oldesloe Endlich – nach drei langen Monaten „Shutdown“ dürfen die Kinos wieder ihren Betrieb aufnehmen. Und auch in der Kreisstadt sollen bald wieder tolle Filme bei Popcorn und Eis über die große Leinwand flimmern. Weil aber gut Ding auch Weile braucht, möchte Heinz Wittern noch drei Wochen warten, bevor er die ersten Gäste im Oho-Kino begrüßt. „Wir fangen in Ruhe an, denn es ist so viel zu beachten“, betont der Kinochef und meint damit die vielen komplizierten Hygieneregeln, die er umsetzen muss.

Die Zeit der angeordneten Schließung konnte aber genutzt werden, um endlich mal alle Kinositze auch feucht zu reinigen, was sonst im laufenden Betrieb nur selten möglich ist. „Wir nutzen die Zeit, alles auf Vordermann zu bringen“, sagt Heinz Wittern, der in Absprache mit dem städtischen Ordnungsamt gerade ein Hygienekonzept erstellt. „Die Stadt hat mich toll dabei unterstützt“, so der Geschäftsführer.

Das bedeutet, dass der vordere Kassen- und Gastronomiebereich mit Popcorn, Getränken und Süßigkeiten durch eine Plexiglasscheibe gesichert wird. Der Tresen mit den Barhockern wird vorübergehend gesperrt.

Verteilung der Gäste wird online gelöst

Das vorrangige Ziel sei es, große Menschenmengen zu vermeiden, was in einem Kino mit drei Sälen natürlich eine besondere Herausforderung ist. „Insgesamt haben wir 300 Plätze, können jetzt aber nur weniger als 100 besetzen. Pro Saal sind das höchstens 50 Gäste, die dort mit entsprechendem Abstand zueinander sitzen müssen“, erzählt Heinz Wittern. Da aber Familien und Pärchen auch eng zusammen sitzen dürfen, greift der Kinochef auf eine neue Software zurück, nach der die Kinosäle wie ein Schachbrett aufgeteilt werden. Die Verteilung der Kinogäste im Raum wird dann online gelöst. Deshalb sollten die ihre Tickets am besten auch gleich online kaufen, denn auch die persönlichen Daten eines jeden Gastes müssen erfasst werden. Auf der Kino-Homepage findet man deshalb eine Seite, die man ausdrucken, ausfüllen und an der Kasse abgeben oder gleich per Mail schicken kann.

Und natürlich wird es leider auch weniger Vorstellungen pro Tag geben können, weil zwischen zwei Vorstellungen mindestens eine halbe Stunde liegen muss. In dieser Zeit wird der Saal gereinigt und desinfiziert. „Die Eintrittszeiten der Vorstellungen sind dann von Saal zu Saal unterschiedlich, weil wir die Besucherströme entflechten müssen“, betont Heinz Wittern.

Das bedeutet, dass erst alle Gäste das Kino verlassen haben müssen, bevor die neuen – mit Abstand – herein dürfen. Der Kinochef rechnet aber mit drei Vorstellungen pro Saal und Tag. Eis und Popcorn sowie Getränke werden verkauft, im Kinosaal gibt es keine Maskenpflicht.

„Ich habe ein Topteam, und alle machen weiter“

„Unser Ziel ist es, dass unsere Gäste im Kinosaal vollkommen entspannen und ihren Alltag und Corona mal vergessen können. Dann können sie für zwei Stunden in eine andere Welt eintauchen, sei es beim actiongeladenen Science-Fiction-Film „Tenet“, der im Juli anläuft, bei der Realverfilmung „Mulan“ oder bei Disney Pixars „Onward“. Es werde erst mal einige Wiederholungen geben, wie „Enkel für Anfänger“ oder „Die Känguru-Chroniken“, bevor es an die Blockbuster, wie den neuen Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ gehe, sagt Wittern.

007-Fans müssen sich noch bis November gedulden, auch wenn das große Werbeplakat mit Super-Agent Daniel Craig schon im Eingangsbereich des Kinocenters aufgebaut wurde. „Wir werden natürlich erst mal keine schwarzen Zahlen schreiben, obwohl wir vor der Schließung noch volles Haus hatten“, sagt der Kinochef, der sich wahnsinnig auf seine Gäste freut, denen er aber noch ein bisschen Zeit geben will, sich an alles zu gewöhnen. Besonders froh ist Heinz Wittern, der zurzeit immer einen Zollstock zum Abstand-Messen griffbereit hat, dass ihm seine 20 Mitarbeiter die Treue halten und bei der Stange bleiben: „Ich habe ein Topteam, und alle machen weiter.“

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