„So etwas haben wir zuvor noch nie erlebt“

Stormarner Tageblatt  03.06.2020

Grundschulmensenbetreiber erklärt, weshalb „Rebional“ nach nur neun Monaten Bad Oldesloe verlässt

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es war eine Nachricht, die auch für viele Eltern überraschend kam – nach nur neun Monaten verlässt der Caterer und Wunschpartner „Rebional“ trotz viel Lob die Oldesloer Grundschulmensen mit sofortiger Wirkung zum 1. Juni. Viele Eltern fühlen sich im Stich gelassen. Die Stadt bestätigte die fristgemäße Kündigung und benachrichtigte die betroffenen drei Grundschulen (West/Klaus Groth/ Stadtschule). Die Kündigung sei eine außerordentliche, Gründe seien der Stadt nicht bekannt, hieß es aus der Verwaltung. Das möchte Klaus Richter, Geschäftsführer von „Rebional“, nicht so stehen lassen. „Ich weiß nicht, woher die Information aus der Verwaltung stammt, aber wir waren lange in Gesprächen und die Stadt weiß eigentlich genau, wo das Problem liegt“, sagt Richter.

Man wäre gerne in Bad Oldesloe geblieben, man habe auch mitbekommen, dass die Qualität geschätzt und gelobt wurde, aber ein Fakt habe einen Verbleib unmöglich gemacht. „Von Anfang an haben manche Eltern nicht das Geld für das Essen ihrer Kinder bezahlt“, so Richter. Mahnungen und Gespräche änderten nichts an der Situation. Das führe zu Ausständen in fünfstelliger Höhe. „Das können wir natürlich nicht so hinnehmen und es funktioniert auch wirtschaftlich nicht für uns“, erklärt der Geschäftsführer weiter.

Positive Rückmeldungen

An über 100 anderen Standorten habe es so einen Fall noch nie gegeben. „Ich kann es mir nicht erklären, was in Bad Oldesloe schief ging. Wir hatten so eine Situation noch nie. Wir haben noch nie von unserer Seite aus gekündigt. Die Stadt hat uns so gut es ging unterstützt“, stellt Richter klar. Das grundsätzliche Problem habe nichts mit der CoronaSituation zu tun. „Das war schon vor dem Corona-Virus so“, sagt Richter. Natürlich sei es bedauernswerter Weise jetzt so, dass nach den Mahnungen manchen Eltern auch die Zwangsvollstreckung der ausstehenden Zahlung drohe. Eine Situation, die man unbedingt vermeiden wollte.

Es gebe wütende Reaktionen mancher Eltern und auch Rückerstattungsforderungen. „Wir können noch nicht sagen, in welcher Höhe Gelder erstattet werden. Wir rechnen das alles auseinander, welches Geld uns zusteht und welches an die Eltern zurückgeht. Das wird alles ganz sauber geregelt werden“, verspricht Richter. Natürlich habe er sich das alles anders gewünscht. „Ich weiß, dass unsere Mitarbeiter alles gegeben haben vor Ort. Und die Rückmeldungen der Kinder und Eltern waren positiv. Es liegt nicht an denen, die unser Angebot schätzen und bezahlten, sondern leider an den massiven Zahlungsausständen, die weiter wuchsen. Die ließen uns jetzt im Endeffekt keine Wahl mehr. Wir mussten die Notbremse ziehen“, so Richter.

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