„Nur die Zahlungsmoral einiger Eltern ist schuld“

Stormarner Tageblatt  08.06.2020

Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke sieht in der Mensa-Diskussion die Verwaltung zu Unrecht kritisiert

Bürgermeister Jörg Lembke.
Bürgermeister Jörg Lembke.

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Der Abschied des Caterers „Rebional“ aus den Oldesloer Grundschulen schlägt hohe Wellen. Der Grund waren ausstehende Zahlungen von Eltern. Während Mahnungen keine Besserung brachten, habe die Stadtverwaltung so gut es ging unterstützt, stellte Rebional gegenüber dem Stormarner Tageblatt klar. In der jüngsten Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss- Sitzung hagelte es hingegen Kritik an der Verwaltung. Der Vertrag sei schlecht ausgestaltet und Eltern seien im Stich gelassen worden. Bürgermeister Jörg Lembke reagiert irritiert auf die Vorwürfe.

Denn mit den Verträgen zwischen der Cateringfirma und den Eltern habe die Stadt gar nichts zu tun. Ebenso sei es ihr nicht anzulasten, wenn Eltern – aus welchen Gründen auch immer – nicht zahlten. „Die Diskussion in der BSKA-Sitzung war aus Sicht der Verwaltung sehr überraschend. Zum Konzept der Stadtschule gehört, die Schüler am verpflichtenden Mittagessen teilnehmen zu lassen. Dazu wurden die Eltern bei der Anmeldung auf einer gebunden Ganztagsschule – bei freier Schulwahl – umfänglich informiert“, so Bürgermeister Lembke. „Hinsichtlich Zahlung der Essensgelder bestehen ausschließlich vertragliche Beziehungen zwischen den Eltern und dem Unternehmen Rebional beziehungsweise mit dem von ihm beauftragten Dienstleister“, so der Verwaltungschef weiter.

„Nachdem Schule, Elternvertreter und Politik im vergangenen Frühjahr auf die Suche nach einem neuen Mensa-Betreiber bestanden und entsprechende Ausschreibungsinhalte beschlossen, war es den städtischen Mitarbeitern mit großer Mühe gelungen, einen neuen Betreiber zu finden, dessen Essen auch zu keinem Zeitpunkt in der Kritik stand“, stellt Lembke klar. Schuld am Abschied des Cateres habe nur die schlechte Zahlungsmoral einiger Eltern – niemand sonst. Die Verantwortung liege somit nicht in der Verwaltung, sondern in den Elternkreisen. „Eltern, die aufgrund ihrer Einkommenssituation bei der Übernahme dieser Kosten Unterstützung benötigen, haben die Möglichkeit, die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets in Anspruch zu nehmen. Dies gilt für Berechtigte grundsätzlich und hat mit der Mensa-Verpflegung nichts zu tun“, so Lembke. Er verstehe daher nicht, wie es überhaupt zu der ganzen Situation kommen konnte. „Ich weise jede Kritik an meinen Mitarbeitern zurück, die hervorragende Arbeit geleistet haben und auch bei der Suche nach einer Interimslösung trotz der aktuellen Belastung wieder alles daran setzen werden, für das neue Schuljahr einen Übergangsbetreiber zu finden“, wird Lembke deutlich.

„Die Politik fragt gerne, warum Mitarbeiter in der Verwaltung frustriert sind oder es schwer ist , neue Mitarbeiter zu finden. Da müssen sich manche Politiker mal ihr Verhalten in Diskussionen anschauen“, so eine Verwaltungsmitarbeiterin.

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