Rettungsleitstelle: Neuer Standort an der A 1

Lübecker Nachrichten   12.06.2020

Rettungseinsätze für drei Kreise werden wohl weiter von Bad Oldesloe aus gemanagt – Neubau wird Millionenprojekt

Bad Oldesloe. Schon lange wurde gesucht und verhandelt, jetzt ist offenbar ein neuer Standort für die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) gefunden. Die Rettungsleitstelle, die Einsätze für die drei Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein und deren fast 650 000 Einwohner koordiniert, bleibt in Bad Oldesloe. Der Kreis steht kurz vor dem Erwerb eines Grundstücks im Gewerbegebiet an der Autobahn 1 und will dann dort einen Neubau errichten.

Bislang ist die Leitstelle mit ihren rund 40 Mitarbeitern in der Kreisverwaltung untergebracht, stößt dort jedoch bei weiter steigenden Einsatzzahlen personell und technisch an ihre Kapazitätsgrenzen. Schon seit mehr als zwei Jahren ist der Kreis deshalb auf der Suche nach einem neuen Standort. Im Gespräch war auch der Sandkamp in Bad Oldesloe und das Gewerbegebiet Reinfeld/Wesenberg an der A 1, zwischendurch wurde auch mal eine große Lösung mit der Stadt Lübeck in Erwägung gezogen.

Auf einer Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch im Kreistagsitzungssaal verdichteten sich nun jedoch die Hinweise darauf, dass die Leitstelle an die A 1 zieht. Es wurde vom Gewerbegebiet an der Autobahn als Standort gesprochen und dass es einen Neubau neben dem Gebäude der Vereinigten Stadtwerke geben soll. Auch die haben an der Teichkoppel ein Grundstück erworben und wollen dort ein neues Verwaltungsgebäude bauen.

„Ja, das ist unser favorisierter Standort“, bestätigt Wolfgang Gerstand auf Nachfrage. Der CDU-Politiker aus Bad Oldesloe ist Vorsitzender des Bauausschusses des Kreises. Man sei optimistisch, dass noch in diesem Monat der Grundstückskauf unter Dach und Fach gebracht werde.

Und dann kann es auch ganz schnell losgehen mit der Umsetzung des 20-Millionen-Projekts. Denn die Planung dafür hat das Bauamt des Kreises schon längst in der Schublade. „Dabei war uns auch ganz wichtig, die künftigen Nutzer mit einzubeziehen“, erklärt Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Es gab sogar Workshops, in denen die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle ihre Arbeitsweise und Vorstellungen für die Neubau erläuterten.

Am heutigen Freitag gibt es nach LN-Informationen auch schon ein Treffen mit den Vereinigten Stadtwerken, um über Themen wie zum Beispiel eine gemeinsame Energienutzung zu sprechen. Die neue Rettungsleitstelle soll eine 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage bekommen, in erster Linie für den Eigenverbrauch. Denn das mit hochmoderner Technik ausgestattete Gebäude wird einen großen Strombedarf haben.

Die Stadt Bad Oldesloe hatte zuletzt den Weg freigemacht für eine zweite Erschließungsstraße in dem Gewerbegebiet, welches von einer privaten Gesellschaft entwickelt wird. mc

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