Hurra, der Poggensee ist wieder geöffnet

Lübecker Nachrichten   26.06.2020

Beliebte Badestelle in Bad Oldesloe präsentiert ein ganz neues Angebot

Von Dorothea von Dahlen

Benjamin Rodloff und Yvonne Hilker zeigen wie das Stand-Up-Paddling geht. Auch Agnes Heesch und Lena Knoll von der Oldesloer Stadtverwaltung sowie Werksleiter Jürgen Fahl (v. l.) freuen sich über das neue Angebot.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Jubel am Oldesloer Poggensee! Im beliebten Freibad darf ab sofort wieder gekrault, geplanscht und neuerdings auch stehender Weise gepaddelt werden. Die heutige Eröffnung kommt gerade rechtzeitig, um das Mütchen bei der gegenwärtigen Hitzewelle abzukühlen. Eher ließ sich der Termin zuvor jedoch nicht abschätzen. Es bedurfte eines Hygienekonzepts, um das Bad unter Corona-Bedingungen wieder freigeben zu können. Nachdem das Gesundheitsamt grünes Licht gegeben hatte, fackelten die Stadtwerke als Betreiber nicht lange und gaben die seit Längerem vorbereitete Öffnung nun bekannt.

Besagtes Konzept beinhaltet unter anderem, dass die Abstandsregeln am Badesee eingehalten werden. Dies hat zur Folge, dass die Zahl der Besucher limitiert werden muss. Damit aber möglichst viele Erholungssuchende in den Genuss eines Bades kommen, wird ein Schichtsystem eingeführt. Geöffnet wird morgens von 10 bis 13.30 Uhr. Hernach erfolgt eine Pause einstündige Pause zum Säubern und Desinfizieren der Anlage, während der die Gäste das Bad freilich verlassen. Erneuter Einlass ist ab 14.30 Uhr.

20 Boards in fröhlichen Neonfarben stehen jetzt erstmals am Poggensee zur Verfügung, um das Gewässer einmal aus anderer Perspektive zu erkunden. Benjamin Rodloff, auch bekannt als Geschäftsführer der Oldesloer Firma LED Events, hatte die Idee, einen Verleih zu eröffnen, an die Stadtverwaltung herangetragen. „Die Veranstaltungsbranche liegt ja im Argen. Da muss man sich überlegen, welche Alternativen es gibt“, erzählt er. Ideen hatte er reichlich. So unterstützte er die im Katastrophenschutz tätigen Organisationen wie THW und ASB dabei, Konzepte für den Umbau von Hallen zu Ersatzkrankenhäusern zu erstellen.

Dies geschah für den Fall, dass sich das Covid-19-Virus so stark ausbreiten würde, dass die Betten in den bestehenden Kliniken nicht ausreichen würden. Doch letztlich ist Rodloff auch selbst passionierter Stand-Up-Paddler und betreibt bereits Verleihstationen der Spezialbretter auf Fehmarn und Sierksdorf, dessen Lage auf dem 54. Breitengrad auch Teil des Firmennamens geworden ist: SUP54°. So passte es nahezu perfekt, dass nun eine Vereinbarung zur Nutzung des Oldesloer Sees mit den Stadtwerken getroffen werden konnte.

„Wir sind jetzt sehr stolz und froh, hier den neuen Sport anbieten zu können“, sagt Werksleiter Jürgen Fahl. Mit der Entscheidung, das Paddeln auf dem Poggensee zuzulassen, hätten sich die Stadtwerke jedoch zunächst schwergetan. „Wir hatten Bilder von unbeaufsichtigten Paddlern, die in die Brutnester der Vögel im Schilf fahren, vor Augen. Umweltschutz und Sicherheit haben für uns eine wichtige Rolle gespielt. Das geht nur mit einem festen Partner und den haben wir jetzt“, sagt Fahl.

Befahren werden darf der See deshalb in der Tat nur mit den Boards der SUP54° und das auch nur hinter der Schwimmerzone. Auf Wunsch bietet Rodloff für Einsteiger auch geführte Touren über den See an. Eine Ausnahme bildet der SUP-Yoga-Kurs, den Yvonne Hilker regelmäßig außerhalb der Öffnungszeiten des Freibads anbietet. Ihre Schüler dürfen ihre eigene Bretter mitnehmen. Sie hatte zuvor Yoga am Herrenteich in Reinfeld angeboten. Da der Badebetrieb dort nicht wieder aufgenommen wurde, ist sie nach Bad Oldesloe „umgezogen“.

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