Bis Anfang August kein Sport in der Stormarnhalle

Stormarner Tageblatt  14.07.2020

Bad Oldesloer Vereine fühlen sich ausgesperrt, aber Bürgermeister hat gute Gründe für die Sperrung

Oldesloes einzige Mehrzweckhalle: Die Stormarnhalle.Nie
Oldesloes einzige Mehrzweckhalle: Die Stormarnhalle.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wird in Bad Oldesloe mit zweierlei Maß gemessen, wenn es um Corona-Schutzmaßnahmen geht? Werden manche Vereine bei der Öffnung ihrer Trainingsmöglichkeiten schlechter oder besser behandelt? Ist die andauernde Sperrung der Stormarnhalle eine nicht nachzuvollziehende Maßnahme des Bürgermeisters? Diese Fragen stellen sich aktuell in der Kreisstadt. Und der Grund dafür liegt ironischerweise in einem Entgegenkommen des Bürgermeisters Jörg Lembke.

Denn eigentlich hatte dieser angekündigt, dass bis mindestens zum 31. August alle städtischen Immobilien nicht durch „Externe“ genutzt werden können. Der Grund war unter anderem, dass Nutzer individuelle Hygienekonzepte bräuchten und dass Abstandsregelungen eingehalten werden müssten.

Alle größeren Hallen, die für mögliche Treffen geeignet sind, würden von der Stadt- und der Kreisverwaltung für Ausschüsse und Treffen benötigt (wir berichteten). Kurz vor den Sommerferien entschied Bürgermeister Jörg Lembke vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und Lockerungen, dass alle Sport- und Turnhallen ab sofort wieder für das Training von Vereinen freigegeben seien. Zumal auch der Schulsport nicht sofort nach dem Ende der Sommerferien wieder hochgefahren würde. Kurz: In den nächsten Wochen ist genug Platz für alle Vereine, die unter Wahrung der Abstände und Hygienekonzepte ihrem Training in einer Halle nachkommen wollen. Nur mit wenigen Sanierungszeiten müsse man sich abstimmen.

Geschlossen bleibt aber die Stormarnhalle – aus mehreren Gründen. Und genau daran wird überraschenderweise Kritik laut. So sehen die Handballer des SC Union sie als ihre angestammte Trainingshalle, und somit seien sie quasi von der Wiederaufnahme ausgeschlossen worden. Sie und andere Sportler, die normalerweise in der Stormarnhalle trainieren, fordern daher deren Öffnung. Begründung: Die Reservierung als mögliches Behelfskrankenhaus für die Halle durch den Kreis sei angesichts der zwar aktuell wieder steigenden aber insgesamt niedrigen Infektionszahlen aufgehoben worden.

Auch aus der Lokalpolitik kam entsprechend Kritik am Bürgermeister und seiner Entscheidung, die Stormarnhalle noch nicht wieder freizugeben. In der Stadtverwaltung zeigte man sich zunächst erstaunt, dass Vereine, die sonst in der Stormarnhalle trainieren, sich nicht mit anderen Vereinen in den Schulsporthallen behelfsmäßig arrangieren. Platz müsse in den Schulferien genug sein. „Die Schulsporthallen wurden mit Wirkung vom 29. Juni zur sportlichen Nutzung freigegeben. Dies gilt auch für Wochenenden bis 19 Uhr. Hallenzeiten können über die städtische Raumvergabe beantragt werden“, so der Bürgermeister.

„Selbstverständlich versteht die Verwaltung den Druck der Sportler, endlich wieder zu trainieren. Allerdings muss die Verwaltung aufgrund der nach wie vor bestehenden Auflagen, insbesondere der Abstandregelungen, große städtische Räume für Pflichtveranstaltungen beziehungsweise Termine von Verwaltung und Politik vorhalten“, so Lembke. Die Stormarnhalle sei hingegen keine keine reine Sport- sondern eine Mehrzweckhalle. „Sie ist die einzige Mehrzweckhalle in Bad Oldesloe, die derzeit wenigstens von 70 bis 100 Personen genutzt werden kann. Solange die Beschränkungen gelten, wird sie nicht für sportliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Zunächst gilt diese Regelung bis zum Ende der Sommerferien. Die Verwaltung bittet um Verständnis“, so Jörg Lembke.

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