Oldesloer beschweren sich über die Verkehrssituation

Stormarner Tageblatt  02.07.2020

In der Grabauer Straße und in der Theodor-Storm-Straße wächst die Kritik an Lkw und Rasern

In der Theodor-Storm Straße gilt eigentlich Tempo 30. Nie
In der Theodor-Storm Straße gilt eigentlich Tempo 30. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Haben die Oldesloer Stadtverwaltung und die Lokalpolitik eine Zusage nicht eingehalten? Wenn es nach den Anwohnern der Grabauer Straße geht, dann ist genau das passiert. Im Sommer 2019 sammelten eben diese Anwohner der viel befahrenen Straße Unterschriften, um sie der Stadtpolitik und der Verwaltung zu übergeben. Das Ziel ihrer Bestrebungen: Der Lkw-Verkehr soll raus aus der Grabauer Straße. Und das habe verschiedene Gründe. Auf der einen Seite stehe der Lärm, den die mobilen Schwergewichte verursachen und manche Anwohner um ihren Schlaf bringen. Hinzu kämen laut der Beschwerdeführer so starke Erschütterungen, dass sie Angst um ihre Häuser haben. Außerdem sei es unverantwortlich, dass Lkw in dieser Menge über die Straße geführt werden, obwohl dort auch jeden Morgen reger Schulverkehr stattfinde.

Im Herbst und Winter 2019 habe man es in den politischen Gremien in der Folge so aufgefasst, dass die Stadt sich des Problems annehmen werde. Die Frage, die die Anwohner umtreibt: Warum ist es nicht möglich, einen Teil des Verkehrs über den Wolkenweher Weg zu führen? Da die politisch Verantwortlichen sich dafür aussprachen, die Problematik zu prüfen, habe man auf Reaktionen und vor allem auch Aktionen gewartet. Doch laut der Anwohner warte man darauf bis heute. Jetzt habe man eher nebenbei im Rahmen des Lärmaktionsplans und der zukünftigen Verkehrsführung quasi in einem Nebensatz gelesen, dass der Beschluss gefasst wurde, dass der Wolkenweher Weg weiterhin für den Lkw-Verkehr gesperrt bleibe und daher als Abfahrt von der Autobahn tatsächlich in Richtung Stadt nur die Grabauer Straße bleibe. „Das ist der politische Beschluss und tatsächlich kann ich da nicht viel mehr für Sie tun in der Grabauer Straße. Wir wollen ja aber in Zukunft ein neues Gewerbegebiet erschließen. Dort werden wir dann auch eine neue Straßenführung planen“, bestätigte Bürgermeister Jörg Lembke. Man könne aber zum Beispiel keinen Lkw- Verkehr am Krankenhaus am Wolkenweher Weg vorbeiführen.

Angekündigte Verkehrszählungen seien seiner Kenntnis nach noch nicht erfolgt. Auf die Frage, was Gutachten zu Erschütterungen und dem Zustand der Straße betreffe, hatte der Verwaltungschef auch eine Antwort parat. „Ich werde mit dem Bauamt und dem Tiefbau sprechen. Wenn dort Handlungsbedarf besteht, werden wir das prüfen. Aber dafür müssen wir uns nicht mit den Anwohnern be- oder absprechen“, stellte Lembke klar. Sollte es zu alarmierenden Ergebnissen kommen, werde man natürlich handeln. Aber das sehe er momentan nicht.

Beschwerden kamen auch aus der Theodor-Storm-Straße. Dort beklagen Anwohner, dass die Straße zunehmend zu einer „Rennstrecke“ mutiere. Es sei auch schon durch zu schnell vorbeifahrende Pkw und Sprinter zu Beschädigungen an geparkten Fahrzeugen gekommen. Dort wie in der Grabauer Straße wünsche man sich mindestens regelmäßige Polizeikontrollen.

„Ich habe das natürlich besprochen und es wurden auch entsprechende Kontrollen durchgeführt, ohne dass es zu großen Auffälligkeiten kam. Ein Unfallschwerpunkt ist die Straße auch nicht“, so Jörg Lembke. Die Zahl der Geräte für die Geschwindigkeitsmessung sei stark begrenzt. Ansonsten könne man natürlich wenig gegen persönliches Fehlverhalten von Rasern machen. „Ich höre das leider bei meinen Ortsterminen oft, dass das ein Problem geworden ist. Das ist aber individuelles Fehlverhalten“, so der Verwaltungschef weiter.

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