Oldesloer Baubetriebshof pflegt Pflaster ohne Chemie

Lübecker Nachrichten   24.07.2020

Round Up und andere scharfe Substanzen haben nichts mehr zu suchen im Materiallager der städtischen Einrichtung

Der Oldesloer Stadtbetriebshof hat einen neuen umweltfreundlichen Unkrautvernichter.Foto; Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Ein neues Arbeitsgerät nennt der Oldesloer Baubetriebshof seit Kurzem sein eigen. In der Fußgängerzone war das gute Stück, das einer Mischung aus Benzinrasenmäher und Kinderwagen ähnelt, schon zu beobachten. Passanten mutmaßten, dass es sich um eine neue Form der Straßenreinigung handeln könnte. Doch in Wirklichkeit steckt etwas ganz anderes dahinter. „Das Gerät sammelt in der Tat keinen Dreck ein“, klärt Fachbereichsleiter Dirk Blanke auf. Ihm zufolge handelt es sich um einen sogenannten „Weed-Killer“, zu deutsch Unkrautvernichter, der als eine legale Alternative zu giftigen Spritzmitteln zugelassen ist.

Die rollbare Maschine arbeitet gewissermaßen mit Hochdruck daran, dass sich in den Fugen von Pflaster in der Fußgängerzone, an Wegesrändern oder Parkplätzen keine Wildkräuter mehr ausbreiten können. Essentiell ist dabei die große rote Kartusche und ein kleiner Feuerlöscher. „Das ist eine Gasflasche wie man sie vom Camping-Urlaub kennt. Damit wird heiße Luft in großer Menge produziert und über ein Gebläse auf den Boden geleitet. Bei einer Temperatur von 80 bis 80 Grad erleiden die Pflanzen einen Hitzeschock. Die Eiweißstruktur in den Zellen zerfällt. Sie welken vor sich hin und sterben langsam ab. Je häufiger man das wiederholt, desto weniger Wildkräuter wachsen an der behandelten Stelle“, weiß Blanke zu berichten.

Auf ebener Fläche schafft ein Mitarbeiter des Baubetriebshofs locker 4000 Quadratmeter pro Stunde mit dem „Weed-Killer“. Zudem fällt der Gasverbrauch geringer aus als beim Unkrautvernichten mit Brenner. Blanke zufolge hat das Gerät etwas mehr als 10 000 Euro gekostet. dvd

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