Stadtverwaltung sucht zwei Fachbereichsleiter

Stormarner Tageblatt  27.07.2020

Bad Oldesloe: In der Kämmerei und im Bauamt sind die Chefsessel zu vergeben

Bereit für neue Mitarbeiter: Oldesloer Stadtverwaltung.Nie
Bereit für neue Mitarbeiter: Oldesloer Stadtverwaltung.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Seit dem Abschied von Mandy Treetzen nach Bad Schwartau ist der Posten der Kämmerin oder des Kämmerers bei der Stadt Bad Oldesloe vakant. Kommissarisch hat Bürgermeister Jörg Lembke den Job der Leitung ihres ehemaligen Fachbereichs übernommen. Ab Januar 2021 wird auch der Posten des Bauamtsleiters nicht mehr besetzt sein. Eigentlich war dieser seit dem Abschied von Thilo Scheuber in die Kreisverwaltung bereits nicht mehr besetzt. Doch Dr. Kurt Soeffing, zuvor Sachbereichsleiter Umweltamt, sprang kurz vor seinem Ruhestand ein und übernahm den Posten. Er verschob den Eintritt in den Ruhestand sogar um ein halbes Jahr, so dass die Stadtverwaltung Zeit gewinnen kann.

Doch ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin fehlt in beiden Fachbereichsleitungen. Bisherige Werbeaktionen – darunter auch ein Radiospot – brachten keinen Erfolg. Fakt ist, dass – auch wenn er sagt, dass er es im Zweifel tun würde – der Bürgermeister nicht auch noch kommissarisch die Leitung des Bauamts übernehmen könnte. Aktuell denkt der Verwaltungschef daher darüber nach, die Stelle des Bauamtsleiters aufzuwerten, indem die Besoldung in der Entgeltgruppe erhöht wird.

„Ich möchte aber auch betonen, dass diese Bereiche durchaus eine Weile ohne die Leitung funktionieren, weil wir dort natürlich auch erfahrene Sachbereichsleiter und Mitarbeiter haben, die einen guten Job machen. Es ist ja nicht so, dass da jetzt niemand arbeitet“, so Lembke.

Fest steht, dass der Kampf um gut ausgebildete Fachkräfte immer größer wird. Die eigene Ausbildung weiter zu stärken und guten Auszubildenden eine Perspektive zu bieten, ist daher einer der wichtigsten Wege für die Zukunft, betont auch Stadtsprecherin Agnes Heesch.

Die Oldesloer Stadtverwaltung sieht sich dabei einem besonders harten Konkurrenzkampf ausgesetzt, weil in der Kreisstadt auch die Kreisverwaltung sitzt, die ambitionierten Fachkräften, wie dem abgewanderten Thilo Scheuber, einen Karriereaufstieg bieten kann. Und das sogar ohne dass bei einem entsprechenden Angebot der Wohn- beziehungsweise Arbeitsort gewechselt werden muss. Entscheidend sind daher auch weiche Faktoren, wie die Stimmung in der Verwaltung selbst oder Möglichkeiten, die Mitarbeitern über den eigentlichen Job hinaus geboten werden.

Kritik kam daher zuletzt auch an dem manchmal harsch wirkenden Tonfall der Politik gegenüber der Verwaltung auf. Denn dieser würde Bewerber nicht motivieren, sich für die Stadtverwaltung der Kreisstadt zu entscheiden.

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