Amazon will im Oktober loslegen

Stormarner Tageblatt  07.08.2020

Für zehn Jahre zieht der Betrieb ins Gewerbegebiet – von hier treten die Pakete die „letzte Meile“ an

Auf der Baustelle läuft alles nach Plan: Ende August soll das Gebäude  samt Büroräumen und Außenbereich fertiggestellt sein. Link
Auf der Baustelle läuft alles nach Plan: Ende August soll das Gebäude samt Büroräumen und Außenbereich fertiggestellt sein. Link

Susanne Link Bad Oldesloe In zwei Monaten rollen rund 500 Amazon-Lieferfahrzeugen pro Tag über die Teich- beziehungsweise Bergkoppel – 50 Lastkraftwagen in der Nacht.

Der Onlineversandhändler spricht von gleichmäßig verteiltem Lkw-Verkehr, von kleineren organisierten Wellen und Beladung von beiden Seiten des Gebäudes. Doch bei den Rethwischfeldern sorgt der zukünftige Verkehr – auch mögliche Parkprobleme – im und um das Gewerbegebiet an der A1 für Stirnrunzeln. Die Sorge versteht Bürgermeister Jörg Lembke, sah Letzteres aber als nicht so groß an, wie er im Februar sagte: „Wir haben Zusagen von Amazon, dass sie genügend Parkplätze für ihre Mitarbeiter vorhalten. Das glaube ich erstmal.“ Laut des Unternehmens verfüge der Parkplatz über einen Parkplatz für rund 700 Fahrzeuge. Wie Lembke das Thema, auch angesichts des entstehenden Zentrallagers von Asklepios, momentan bewertet bleibt offen. Die Stadt Bad Oldesloe konnte uns bis Redaktionsschluss keine Antwort geben.

„Es sind zwei Zu- und Abfahrten zum Gebäude gebaut worden, die auf die neue Straße Bergkoppel führen. Im Zuge der Bauplanungen haben unabhängige Gutachter die prognostizierten Verkehrsströme mit den tatsächlichen Kapazitäten des Verkehrsnetzes verglichen und grünes Licht gegeben. Demnach wird es zu keiner Überlastung kommen“, sagt Sönke Kewitz, Geschäftsführer von P3 Logistic Parks. Der Eigentümer und Entwickler von Logistikimmobilien in Europa hat das Grundstück Ende 2019 erworben und ist für den Bau des Gebäude, dass an Amazon vermietet wurde, verantwortlich. Der abgeschlossene Mietvertrag hat eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren.

„Die Bauarbeiten laufen plangemäß und fokussieren sich aktuell auf die Büroräume und die Außenanlagen“, sagt Kewitz. Ende August solle das Gebäude fertiggestellt werden, danach werden die Amazon-Mitarbeiter eingearbeitet. „Derzeit ist geplant, dass wir im Oktober Betrieb aufnehmen“, sagt Amazon-Sprecherin Nadiya Lubnina. Rund 150 Arbeitsplätze werde das Unternehmen schaffen. Für die Auslieferung der Pakete werden bei den Lieferpartnern rund 500 Fahrer zuständig sein.

„Lkw sind gleichmäßig über die Nachtstunden verteilt – es kommen also keine Lkw tagsüber“, sagt die Sprecherin zum Verkehr rund um das Gebäude beziehungsweise Gelände. Um diesen zu optimieren, werde von beiden Seiten des Gebäudes beladen. Darüber hinaus nutze Amazon intelligente Routenplanung, um den Verkehr zu steuern. „Um die Route zu bestimmen, betrachten unsere Systeme eine Vielzahl von Faktoren, einschließlich der Verkehrslage oder merken sich beispielsweise bei erfolgreichen Zustellungen an ein Geschäft die Öffnungszeiten“, sagt Lubnina. Vor neun Uhr werden keine Lieferfahrzeuge der Amazon-Partner eintreffen oder auf die Straße geschickt.

Auf dem rund 82 Hektar großen Grundstück entsteht derzeit 12.600 Quadratmeter Logistikfläche, inklusive 1.100 Quadratmeter Bürofläche. Die Immobilie umfasse nach Angaben von P3 Logistic Parks eine Halle mit einer Höhe von zehn Metern. Das Gebäude sei umweltfreundlich konzipiert, beispielsweise verfüge es über eine stromsparende LED-Beleuchtung sowie eine energieeffiziente Wärmedämmung. Ein Lager ist nach Angaben von Amazon nicht geplant.

Ziel der neuen Halle im Gewerbegebiet sei es, die Kapazitäten in der Region zu erhöhen und so den Kunden künftig schnellere und flexiblere Liefermöglichkeiten anzubieten. „In einem Verteilzentrum sortieren wir Pakete aus den Logistikzentren für die Auslieferung an den Kunden – die sogenannte letzte Meile“, sagt Lubnina und ergänzt: „Die Pakete und die Routenplanung übergibt Amazon an die jeweiligen lokalen Lieferpartner, die sie an Kunden ausliefern.“ Das Zustellgebiet, welches aus Bad Oldesloe beliefert werde, sei „ziemlich groß“ – derzeit sei geplant, dass von hier Kunden bis Heiligenhafen im Norden, Wismar und Schwerin im Osten und Oldesloe und Lübeck beliefert werden.

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