Betrachtungen zum Wochenausklang: Maskenball zur Einschulung

Stormarner Tageblatt  15.08.2020

Stormarner Wochenschau

Maskenball zur Einschulung

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier, Cordula Poggensee, Stephan Poost und Susanne Rohde

Phantomschmerz 8,5 Millionen Euro kostetet die Sanierung der Oldesloer Schwimmhalle bei der Transformation in das „Travebad“, das auch 2020 – sechs Jahre nach der Eröffnung – noch immer nicht so richtig bei den Oldesloern angekommen ist. Immer wieder flammt die Diskussion auf, was hätte sein können, wenn das Geld in einen zeitgemäßen Komplettneubau geflossen wäre. Der Phantomschmerz sitzt bei einigen Kreisstädtern offenbar so tief und fest, dass Gerüchte, dass das Travebad vielleicht gar nicht mehr öffnen werde, auf fruchtbaren Boden fallen. Bei einigen schwingt da sogar scheinbar Hoffnung mit. Doch was wäre die Alternative? Wenn das von vielen Kreisstädtern nicht gerade geliebte Bad ganz schließen würde, wird sicherlich trotzdem nicht der Neubau auf der grünen Wiese kommen. Diese Gelegenheit gab es einst per Bürgerentscheid. 4355 Oldesloer stimmten damals für den Erhalt des alten Bades und gegen einen Neubau. Im Endeffekt zwar nur ein Teil der Kreisstädter, so dass der Phantomschmerz wohl bei manchen größer ist, weil sie damals die Chance verpassten, den Weg zur Abstimmungsurne anzutreten oder sich für einen Neubau zu engagieren.

Wer ist wer? Die Einschulung ist das erste, wirklich große öffentliche Ereignis im Leben eine Kindes. Die Feiern in den Schulen und in der Familie fielen von Jahr zu Jahr immer größer und pompöser aus. Doch im Corona-Jahr 2020 ist alles ganz anders. Die Einschulungsfeiern an den Grundschulen waren eher minimalistisch, gingen kurz und knapp über die Bühne und diesmal fast überall auch ohne Omas und Opas. Die bekommen jetzt als Entschädigung vielleicht ein Klassenfoto von der Einschulung, doch ihre Enkel müssen die Senioren dort erst mal suchen oder erraten, da die Gesichter der Kleinen hinter Stoffmasken verborgen sind. Diese sind zwar in der Regel schick und stylisch und in Muster und Farbe sogar passend zur Schultüte, aber was nützt das alles, wenn man das Kind dahinter nicht erkennen kann? Unsere Karikatur lässt grüßen.

Professionell Da müssen freiwillige Feuerwehrleute doch genervt sein! Immer wieder müssen sie raus – abends, gar nachts oder während einer Familienfeier – und am Ende war es dann doch ein Fehlalarm. Wenn man sich aber mit den Männer und Frauen der Feuerwehren unterhält, ergibt sich ein anderes Bild: Sicher, es ist ärgerlich loszufahren und dann doch nur einen Fehlalarm zu haben, aber die Rauchwarnmelder und Brandmeldeanlagen haben schon so viele Leben gerettet. Professionelle Einstellung der Ehrenamtler. Leisten wir doch unseren Beitrag und warten die Geräte, für die wir verantwortlich sind. Das erspart uns Ärger, unter Umständen bares Geld und den Feuerwehren eine vergebliche Anfahrt.

Gewissenlos Mit einem ebenso harschen wie ziemlich unverschämten Schreiben hatte sich in der vergangenen Woche ein Anwohner des Großensees anonym bei Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers über die DLRG beschwert. Die würde übertrieben viele Übungsfahrten mit ihrem motorisierten Rettungsboot auf dem Großensee unternehmen – und damit offenbar die heilige Ruhe des Verfassers der Zeilen stören. Das wird jetzt in nächster Zukunft nicht mehr passieren, denn nur wenige Tage nach dem Schreiben lösten dreiste Diebe sein scheinbares Problem, indem sie kurzerhand den Motor selbigen Bootes entwendeten. Den anonymen Anwohner wird vermutlich sogar freuen, dass ihn die ehrenamtlichen Retter jetzt nicht mehr stören können. Denn in seiner Selbstgerechtigkeit hatte er offenbar übersehen, dass die Fahrten der DLRGler einzig dazu dienten, die schnelle Rettung von Menschenleben zu üben. Dass der Diebstahl des Motors eines Rettungsbootes gewissenlos und bösartig ist, daran gibt es wohl keinen Zweifel. Aber ein Verbot von notwendigen Übungsfahrten der DRLG zu fordern, weil sie die eigene Ruhe stören, ist moralisch kaum weniger fragwürdig.

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