Poller sollen Tempo in Theodor-Storm-Straße drosseln

Lübecker Nachrichten   14.08.2020

Blumenkübel sorgten für eine Verkehrsberuhigung in der Bad Oldesloer Straße – Seit die Schikanen weg sind, wird dort gerast – Anwohner sind genervt

Von Dorothea von Dahlen

Anwohner der Theodor-Storm-Straße schildern ihre Probleme mit Rasern.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Bewohner der Oldesloer Theodor-Storm-Straße wollen ihre Blumenkübel wieder haben. Die kleinen Schikanen waren offenbar dazu geeignet, das Tempo des von Norden in die Stadt hinein und in die andere Richtung hinausströmenden Verkehrs etwas zu drosseln. Als die Fahrbahn saniert wurde, verschwanden sie jedoch. Inzwischen ist der Unmut über Lärm und Raserei in der Straße so gewachsen, dass betroffene Familien nicht nur eine Unterschriftenaktion nebst Petition an Land und Stadt geschickt, sondern sich auch bei den politischen Gremien Gehör verschafft haben.

Auf Einladung der SPD trafen sich nun am Mittwochabend Lokalpolitiker sämtlicher Parteien und Wählergruppen mit Anwohnern, um sich an Ort und Stelle ein Bild zu machen. Beklagt wurde, dass die Fahrzeuge in der engen Wohnstraße zu sehr rasen, dass ganze Sattelzüge mit Neuwagen „durchbrettern“ und es oft zu brenzligen Verletzungen der Vorfahrt kommt, wenn eigentlich berechtigte Fahrzeuge von rechts aus den Seitenstraßen in die Theodor-Storm-Straße einbiegen wollten.

Bezüglich der Blumenkübel berichtete Sven Mohr als Sprecher der Anwohner, dass er beim Land angefragt habe, weshalb sie nach der Sanierung der Fahrbahn im Jahr 2018 sang- und klanglos entfernt worden seien. Aus Kiel sei die Antwort gekommen, dass die Stadt Bad Oldesloe sich dazu bereits geäußert habe. „Die Stadt hat geschrieben, dass die Blumenkübel wegen zu hoher Pflegekosten abgebaut wurden“, gab er den Inhalt des Briefs wieder. Das sorgte für Empörung bei den Umstehenden. „Wenn es um die Blumen geht, die pflanze und pflege ich eigenhändig“, sagte Thorsten Wesemeier. Letztlich waren sich jedoch alle einig, dass es völlig egal sei, welche Art von Verkehrsberuhigung zum Einsatz komme. Ob Kübel, Poller oder auch Baken – jedes Hindernis sei willkommen, um das Tempo der Fahrzeuge zu drosseln, hieß es.

Wie Mohr deutlich machte, gehe es den Anwohnern nicht allein darum, sich zu beschweren. Gemeinsam seien aus ihren Reihen Vorschläge erarbeitet worden, wie die Missstände in der Straße behoben werden könnten. Dazu präsentierte er ein mehrseitiges Konzept, das er selbst erstellt hatte und dessen Tauglichkeit bei der Ortsbegehung diskutiert wurde. Demnach hat Mohr die Theodor-Storm-Straße in drei Abschnitte unterteilt: von der Hamburger Straße bis zur Einmündung Vicelinstraße, von dort bis zum Tim-Kröger-Weg und schließlich bis zur Grabauer Straße. Innerhalb jeder dieser Teilstücke bedürfe es dringend einiger Schikanen, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu drosseln. Dabei müsse jedoch auf eine ausreichende Durchfahrtsbreite für den Busverkehr geachtet werden. Auch sei darauf zu achten, dass der Zutritt zu den Haltestellen nicht verbaut werde.

„Aus dem Oldesloer Rathaus kam der Vorschlag, unsere Autos auf der Straße zu parken und somit selbst zur Verkehrsberuhigung beizutragen“, sagte Mohr. Doch das mit abgefahrenen Außenspiegeln und Macken im Lack zu bezahlen, weil die Verursacher Fahrerflucht begehen, könne nicht die Lösung sein, fügte er hinzu.

Als weitere Gefahrenquelle nannten die Anwohner, die Missachtung der Vorfahrt. Da die wenigsten Kraftfahrer in der Theodor-Storm-Straße die Rechts-vor-links-Regel ernst nähmen, sei es schon des öfteren zu Beinahe-Unfällen gekommen. Das sei zum Teil dem Umstand zuzuschreiben, dass die Einmündungen zur Vicelinstraße oder dem Timm-Kröger-Weg von Weitem schwer einzusehen seien, hieß es. Mohrs Konzept schlägt für diesen Fall vor, die Kreuzungsbereiche mit gut sichtbaren Haltestreifen zu versehen.

Ergänzend wünschen sich die Anwohner eine Beschilderung, die besagt, dass in der Theodor-Storm-Straße Tempo 30 herrscht und ein Lkw-Verbot über 7,5 Tonnen besteht. Hilfreich sei auch das Aufstellen einer Tafel zur Tempo-Messung, vorzugsweise mit der Möglichkeit, die gemessenen Geschwindigkeiten anschließend auswerten und weitere Maßnahmen ergreifen zu können, heißt es auch in Mohrs Konzept. Er wies darauf hin, dass dieser Vorschlag sogar vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr stammte.

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