Bad Oldesloe wächst kontinuierlich – Ein Überblick über die aktuellen Baugebiete in der Stadt

Lübecker Nachrichten   16.08.2020

Bad Oldesloe wächst kontinuierlich – Ein Überblick über die aktuellen Baugebiete in der Stadt

Von Dorothea von Dahlen

Immobilienmakler Axel Schulz und Bauunternehmer Eugen Stark (v.l.) vor den im Rohbau befindlichen 19 Reihenhäusern, die gegenwärtig im Wohngebiet „Claudiussee“ entstehen.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Kreisstadt ist auf bestem Weg, ein Hamburger Vorort zu werden. Da die Preise in der Metropole astronomisch hoch sind, zieht es zunehmend Häuslebauer und Wohnungssuchende von dort nach Bad Oldesloe. Doch halten auch einheimische Familien, Singles oder Senioren nach neuen Quartieren Ausschau. Kein Wunder, dass Neubaugebiete hoch im Kurs stehen. Wie stark der Druck ist, der auf dem Immobiliengeschäft lastet, bringt Ulrik Neitzel von der S-Immobiliengesellschaft (SIG), einer Tochter der Sparkasse Holstein, auf den Punkt. „Was an Angeboten reinkommt, ist innerhalb kürzester Zeit verkauft. Wer zögert, hat verloren“, sagt er. Auf ein Objekt kämen bis zu 20 Interessenten, so angeheizt sei der Markt.

Doch neue Angebote sind in Arbeit. Nach großen Anfangsschwierigkeiten ist das neue Gebiet „Am Claudiussee“ von Erfolg gekrönt. „Selbst unter Corona hat die Nachfrage nicht nachgelassen. Es hätte anders kommen können“, sagt Axel Schulz, Geschäftsführer der Schulz & Partner Immobilien GmbH. Er betreut die Vermarktung für das Projekt, das von baurechtlichen Problemen durchkreuzt wurde, im achten Jahr. Vor Kurzem hat er das letzte noch verfügbare Grundstück an eine Familie veräußert. Alles in allem ist das 1,2 Hektar große Areal rund um den Claudiussee für 19 Einzel- und 28 Doppelhäuser ohne Baubindung ausgelegt. Hinzu kommen 19 Reihenhäuser, die Bauunternehmer Eugen Stark zurzeit errichtet. Den Vertrieb auch dieser Gebäude haben Axel Schulz und Partner übernommen. „Wir sind damit erst eine Woche auf dem Markt und haben schon zwei Reservierungen“, sagt der Lübecker Immobilienmakler.

Zwei weitere Elemente des B-Plans 107 setzt die NP-Projektentwicklung aus Mölln am Standort um. Für 38 Millionen Euro errichtet das Unternehmen auf 15 000 Quadratmetern 180 Wohnungen unterschiedlichen Standards. Als Erstes soll mit dem Bau von sechs statt ursprünglich geplanten sieben Stadtvillen auf einem Hügel unweit des Pölitzer Weges begonnen werden. „Die Anzahl musste aus Platzgründen reduziert werden. Im Herbst beginnen wir voraussichtlich mit den Erdarbeiten“, sagt NP-Geschäftsführer Marcus Pape. In den Stadtvillen entstehen ihm zufolge 70 Eigentumswohnungen. Wenn die Witterung mitspielt, könnten sie Ende 2021 bezugsfertig sein.

Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, wollen die Möllner unverzüglich in die Planung des zur Bahn hin gelegenen Areals einsteigen, auf dem Mehrfamilienhäuser mit 110 Wohnungen entstehen sollen. Wie viele davon zu sozial verträglichen Preisen angeboten werden können, hängt laut Makler Axel Schulz von zwei Faktoren ab. „Zum einen muss geprüft werden, wie hoch der Bedarf an Sozialwohnungen ist. Denn sie dürfen nur mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Zum anderen ist entscheidend, welche Mittel zur Förderung des Wohnungsbaus aus Kiel zur Verfügung stehen“, erklärt er.

Doch damit nicht genug. Auch andere Investoren haben das Potenzial des Gebiets an der Bahn erkannt. Auf dem nördlich vom Claudiussee gelegenen Gelände, auf dem früher die Firma Soex saß, sind weitere 200 Wohneinheiten geplant. Bauherr ist die Lauenburgische Treuhandgesellschaft (LTG) mit Sitz in Mölln, die in der Anfangsphase mit der Assetando Real Estate in das Projekt eingestiegen war. Doch Letztere ist nach Auskunft von LTG-Vorstand Björn Münchow ausgestiegen und konzentriert sich fortan aufs Schiffsinvestment. „Wir haben Ideen, aber wie sich die Planungen konkret gestalten werden, hängt von den Verhandlungen mit der Stadt ab“, erklärt er. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Baustart noch ein Jahr brauchen werden. Den Abriss der alten Industriebrache, auf der es vor einigen Wochen gebrannt hat, will das Unternehmen bereits zum Winter hin komplett abreißen.

Wesentlich weiter gediehen ist ein anderes Projekt der LTG. Ein für die Generation 60 Plus vorgesehenes Gebäude auf dem einstigen Niemeyer-Gelände in der Lübecker Straße befindet sich schon im Rohbau. 44 seniorengerechte Wohnungen wird es dort später geben, auf Wunsch sogar mit Betreuung durch einen Pflegedienst. Welches Unternehmen in die Kooperation einsteige, werde demnächst bekannt gegeben, sagt Münchow. Bezugsfertig werde die Trave-Residenz ab Mai, Juni 2021.

Ab Dezember etwa tauchen auch die 34 Wohnungen, die derzeit an der Ratzeburger Straße gebaut werden, in den einschlägigen Immobilienbörsen im Netz auf, wie die Investoren mitteilen. Das Gebäude, das mit einem Voll- und zwei Staffelgeschossen geplant ist, wird wahrscheinlich im Juli nächsten Jahres fertig.

Binnen zwei Wochen ziehen auch die ersten Mieter ins „Torhaus“ ein, einem repräsentativen Bau in der Bahnhofstraße zwischen Bella-Donna-Haus und Altem Friedhof. „Von 15 Wohnungen sind alle bis auf eine vergeben“, sagt Architekt und Bauherr Hinrich Rickmers. Als Mitglied im Aufsichtsrat der Wohnstättengenossenschaft Bad Oldesloe sitzt er auch im Boot eines weiteren größeren Bauprojekts, das aber noch in den Kinderschuhen steckt. Die Rede ist von einem Gebiet am Pölitzer Weg hinter der Ernst-Barlach-Straße, das laut Genossenschaftsvorstand Jürgen Stahmer vorzugsweise bezahlbaren Wohnraum bieten soll. „Wir haben dort ein Grundstück von 30 000 Quadratmetern erworben. Jetzt hängt alles davon ab, wie schnell der B-Plan entwickelt und verabschiedet werden kann“, sagt er. Laufe alles reibungslos, könnten in den nächsten drei bis vier Jahren 80 bis 100 weitere Wohnungen in Bad Oldesloe entstehen.

Im September schon wird ein riesiger Baukran der Peter-Paul-Kirche Konkurrenz machen. Dann beginnen die Arbeiten des seit Längerem per Bauschild angekündigten Projekts am Kirchberg. Das ehrgeizige Vorhaben mit Tiefgarage und Kfz-Aufzug ist laut Patrik Lütje von der Firma Schröder & Fischer Bauausführungen GmbH noch einmal umgeplant worden. „Es wird jetzt oberirdische Parkplätze geben und eine Gründung ohne Pfähle“, sagt er. Fünf von sieben Wohnungen seien verkauft. Das Unternehmen baue derzeit aber auch acht Mietwohnungen in der Hindenburgstraße 4 über der Boutique „Bonita“, die ab Frühjahr 2021 auf den Markt kämen.

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