Mehr Aufwand, weniger Gäste

Stormarner Tageblatt  17.08.2020

Das Bad Oldesloer Freibad am Poggensee hat seit Eröffnung einen deutlichen Besucherrückgang im „Corona-Jahr“ zu verzeichnen

Normalerweise ist    im Sommer am Poggensee  der Andrang bei gutem Wetter groß. Nie
Normalerweise ist im Sommer am Poggensee der Andrang bei gutem Wetter groß. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sonnige Tage und sommerliche Hitze – da füllt sich normalerweise das Freibad Poggensee in Bad Oldesloe schnell und regelmäßig. Für viele Stormarner, die nicht in den Urlaub fahren, bietet das Naturbad in den Sommermonaten die passende Freizeitbeschäftigung und ist zugleich ein Ort der Naherholung. Nachdem der Corona-Shutdown den Saisonstart deutlich verzögerte, ist das Freibad seit Ende Juni wieder geöffnet.

Doch die Besucherzahlen bleiben allerdings – offenbar nicht auf Grund der Zugangsbeschränkungen – deutlich hinter den Vorjahren zurück, wie Jürgen Fahl von den Stadtwerken Bad Oldesloe bestätigt. In den wenigen Junitagen kamen 948 Personen ins Freibad. Während sich das mit der späten Eröffnung erklären lasse, sind die Gründe für den Rückgang der Besucherzahlen im Juli nicht klar zu benennen. Denn im Vergleich zu den Vorjahren hinken die Gästezahlen hinter deutlich zurück. Während im Juli 2018 starke 13.094 Wasserfreunde den Weg an den Poggensee fanden, waren es 2019 immerhin noch 4048 während 2020 nur noch 1544 Personen gezählt wurden.

„Die Zahlen in 2020 sind allgemein deutlich geringer als in den beiden Vorjahren. Dabei ist zu beachten, dass das Freibad im Juni 2020 erst spät geöffnet war. Im Übrigen war das Wetter im Juli 2020 nicht so gut, wie in den Vorjahren“, erklärt Fahl.

„Die ,Corona-Zeit’ hat sich sicherlich negativ auf die Zahlen ausgewirkt. Andererseits sind auch ein paar Gäste mehr als sonst aus Reinfeld angereist, da das dortige Freibad Herrenteich in dieser Saison deutlich reduzierte Öffnungszeiten hat“, so Fahl weiter.

Mittlerweile ist der Herrenteich wegen Blaualgen sogar komplett für die Freibadnutzung gesperrt. Am Poggensee macht man sich derzeit Gedanken, welche Gründe genau zum bisher eher enttäuschenden Besucheraufkommen geführt haben.

„Es überlagern sich mehrere Effekte, und es ist nicht wirklich festzustellen, welchen Effekt dabei die Corona-Pandemie auf die Besucherzahlen hat“, erläutert Fahl.

Was die Schutzmaßnahmen angeht, seien die meisten Besucher vernünftig und einsichtig. „Es gibt manche Menschen, die muss man gesondert darauf hinweisen, aber diese Art Gäste ,mit erhöhtem Betreuungsbedarf’ gibt es in jedem Jahr – auch ohne Corona-Regeln“, so Fahl weiter. So sei es bisher nicht notwendig geworden, die Regeln noch weiter zu verschärfen

Definitiv werde die Situation aber finanzielle Auswirkungen haben. „Der betriebliche Aufwand ist trotz weniger Gästen höher als sonst, da unter anderem ein erhöhter Reinigungsaufwand betrieben werden muss. In Kombination mit den geringeren Eintrittserlösen wird sich das Jahresergebnis des Freibads gegenüber den Vorjahren spürbar verschlechtern. Genaue Zahlen können wir allerdings noch nicht nennen“, sagt Fahl.

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