Eine Schule mit guten Perspektiven

Stormarner Tageblatt  24.08.2020

Oldesloer TSS zählt zu den Auserwählten im Land / Appell an Lokalpolitik

Die Bad Oldesloer „Theodor Storm-Schule“ im Zentrum stellt sich besonderen Herausforderungen. Niemeier
Die Bad Oldesloer „Theodor Storm-Schule“ im Zentrum stellt sich besonderen Herausforderungen. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Schule ist nicht gleich Schule – sie lebt von den Menschen, die sich in ihr bewegen, sie lebt von den Möglichkeiten, die sie hat. Die Ausgangslage für Schüler/innen ist dabei nicht überall gleich. Das liegt nicht nur an der Ausstattung eines Lehrinstituts und am Personal, das seine individuellen Kompetenzen einbringt, sondern auch daran, aus welchen sozialen Gruppen die Lernenden stammen. Sind es besonders viele aus eher bildungsfernen Haushalten, aus Familien, aus einem sozial schwierigen Wohnumfeld oder beherrschen auffällig viele Schüler/innen nicht die deutsche Sprache?

Wenn das nachweislich der Fall ist, wird eine Schule zur „Perspektivschule“ ernannt, die sich der Herausforderung „ungünstiger Lernausgangslagen“ stellt. 40 von etwa 800 Schulen in Schleswig-Holstein kämpfen mit diesen besonderen Herausforderungen. Zu ihnen gehört seit Frühjahr 2020 die ehemalige Real- und heutige Gemeinschaftsschule Theodor-Storm-Schule (TSS), die seit Anfang des Jahres einen neuen Leiter hat: Martin Nirsberger, zuvor CDU-Stadtverordneter und Lehrer an der benachbarten Ida-Ehre-Schule. Aus der Lokalpolitik hat er sich mit Blick auf sein neues Engagement zurückgezogen und so kam es nun im „Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss“ der Kreisstadt zum Wiedersehen mit seinen früheren politischen Mitstreitern und „Gegnern“.

Bitte um Unterstützung „Schön wieder hier zu sein“, sagte Nirsberger mit einem Lachen. Er war natürlich nicht ohne Grund ins Gremium gekommen. Neben der Vorstellung des Konzepts der „Perspektivschulen“ bat er in seiner neuen Rolle als engagierter Schulleiter um Unterstützung durch die politischen Fraktionen. „Unsere Grundüberzeugung ist, dass das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft sowie Leistungsfähigkeit in engem Zusammenhang stehen“, erklärt er, weshalb die Rahmenbedingungen an der TSS weiter verbessert werden sollen. „Ich lerne meine Schule jeden Tag weiter kennen“, sagt Nirsberger, der regelrecht ins Schwärmen gerät, wenn er von der Aufbruchsstimmung berichtet. „Es ist an dieser Stelle wichtig festzuhalten, dass es sich bei den Perspektivschulen keinesfalls automatisch um Schulen handelt, die einen geringen Entwicklungsstand aufweisen oder mit besonders schlechten Ergebnissen aufwarten“, stellt Nirsberger klar.

Mit Kooperationen sowie einem Teamgedanken, der die unterschiedlichen Partner vom Kollegium über Eltern, Schüler und multiprofessionelle Unterstützer bis zu einem externen Bildungsnetzwerk vereint, soll eine verbesserte Lernatmosphäre entstehen. „Bei uns kann man vom Förderschulabschluss bis zum Abitur dank der Kooperationen alles erreichen“, hebt Nirsberger eine Besonderheit heraus.

Positive Resonanz Eine Schule, die besondere Herausforderungen angehen müsse, bedürfe besonderer Hilfe durch die Stadt, stellte er klar. Mit der Verwaltung als Schulträger bestehe bereits ein konstruktiver Kontakt, auch wenn nicht immer alles einfach sei. Die Lokalpolitik forderte er nun auf, in den nächsten Jahren unterstützend zu wirken, wenn eventuell besondere Investitionen notwendig werden. Da die Berufsorientierung an Perspektivschulen eine besondere Rolle spiele, könnten in diesem Bereich besondere Anschaffungen oder Ausbauten – wie eine professionelle Küche oder technische Geräte – notwendig werden. Er hoffe, dass die Lokalpolitik dann mögliche Kosten genehmige. Die Resonanz seitens der Ausschussmitglieder war positiv.

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