Interkulturell und fair

Stormarner Tageblatt  26.08.2020

Auch in Zeiten von Corona gibt es die Interkulturelle Woche, allerdings in stark reduzierter Form

Sie organisieren die Interkulturelle Woche (v. l.):  Organisator Dr. Hartmut Jokisch, Bürgermeister-Stellvertreter Horst Möller, Leiterin der Oase Wiebke Finck, Bärbel Nemitz vom Verein Bella Donna und Leiterin des Bereichs Kultur bei der Stadt Inken Kautter. Rhode
Sie organisieren die Interkulturelle Woche (v. l.): Organisator Dr. Hartmut Jokisch, Bürgermeister-Stellvertreter Horst Möller, Leiterin der Oase Wiebke Finck, Bärbel Nemitz vom Verein Bella Donna und Leiterin des Bereichs Kultur bei der Stadt Inken Kautter. Rhode

Susanne Rohde Bad Oldesloe Kein Willkommenscafé, kein faires Frühstück und kein interkulturelles Kochen oder gemeinsames Buffet – in diesem Jahr sieht es recht mau aus, wenn die Interkulturelle Woche Anfang September in der Kreisstadt startet. Bereits zum 16. Mal heißt das Motto „Zusammen leben – zusammen wachsen“, aber diese Interkulturellen Wochen sind völlig anders als andere vorher. 26 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr angeboten, jetzt sind es lediglich zehn und die Veranstalter sind froh, dass sie überhaupt etwas anbieten können. „Wir sind landesweit die einzige Stadt, die in diesem Herbst die Interkulturelle Woche anbietet“, sagt Organisator Dr. Hartmut Jokisch.

Vom 2. September bis zum 17. Oktober ist ein kleines aber feines und buntes Programm geplant – natürlich unter strengen Hygienemaßnahmen und mit einer stark reduzierter Besucherdichte – immer vorausgesetzt, dass das Land nicht wieder die „Corona-Zügel“ anzieht. „Im vergangenen Jahr hatten wir das Dreifache an Veranstaltungen“, sagt Dr. Hartmut Jokisch vom Forum Migration & Integration, der den – diesmal recht dünnen – Flyer zusammengestellt hat. Trotzdem sind alle an der Planung Beteiligten zufrieden.

„Es ist toll, dass es auch in diesem Jahr und unter diesen besonderen Bedingungen stattfinden kann“, sagt Horst Möller, der zurzeit den Bürgermeister vertritt. „Die Interkulturelle Wochen sind eine Tradition, die zu Bad Oldesloe gehört, denn wir wollen und müssen zusammen leben, miteinander auskommen und aufeinander zu gehen“, so Möller. „Leider fällt die beliebte Gourmetmeile aus, die ist selbst digital nicht zu machen. Es ist aber gut, dass wir trotzdem Flagge zeigen“, so der Bürgermeister-Stellvertreter.

Neben der Interkulturellen wird auch die Faire Woche unter dem Motto „Fair statt mehr“ gefeiert, denn Bad Oldesloe ist seit 2015 so genannte „Fair Trade Town“ und hat sich damit das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. „Wir mussten das Programm sehr abspecken. Es gibt nur Vorträge und Kinofilme“, so Hartmut Jokisch. Den Anfang macht der Film „Die perfekte Kandidatin“, der am Mittwoch, 2. September, um 20.15 Uhr im Oho-Kino gezeigt wird. Die Deutsch- Saudiarabische Coproduktion zeigt ein engagiertes Drama über eine junge saudische Ärztin und ihren Kampf gegen unhaltbare Zustände in einem Krankenhaus. Veranstalter ist das Bella Donna Haus in Kooperation mit Oho-Kino-Chef Heinz Wittern. Am Mittwoch, 7. Oktober, wird im 19.30 Uhr der Film „Mutterland – das Matriarchat der Minangkabau“ gezeigt. „Wir freuen uns, dass auch die Filmemacherin Dagmar Margotsdotter anwesend sein wird“, sagt Bärbel Nemitz vom Verein Bella Donna.

Wie immer hat sich auch das Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Oase etwas Besonderes für das Programm einfallen lassen. Am Montag, 21. September, lädt das engagierte Team zu einer „Interkultu-Rallye“ im Kurpark ein. „Das ist etwas für Kopf, Beine und interkulturelles Wissen“, betont Oase-Chefin Wiebke Finck, die sich mit allen Interessierten und sehr viel Spaß auf die kulturellen Spuren der letzten 20 Jahre begeben möchte, was nicht nur für Neubürger interessant sein dürfte.

Außerdem wird am Freitag, 25. September, in der Oase, Ratzeburger Straße 20, der beliebte Interkulturelle Erzählsalon angeboten mit dem Thema „Zwischen Kulturschock, Hoffnung und Freude: Als ich nach Bad Oldesloe kam.“

Interessant wird es auch am Freitag, 18. September, wenn im Bürgerhaus die Landtagsabgeordnete Aminata Touré und der Islamwissenschaftler Jens Leutloff über die Themen Migration, Integration und Antirassismus diskutieren. Einen Tag später, am 19. September, erzählt Dr. Klaus Klingner über Cimbern und Angeln, Slawen und Sachsen, die vor langer Zeit aus und nach dem heutigen Schleswig-Holstein migrierten. Die einzige Veranstaltung der Fairen Woche findet am Sonnabend, 26. September, auf dem Marktplatz statt. Ab 10 Uhr können hier an einem Stand des Weltladens und der Stadtinfo die neuen Einkaufsbeutel aus nachhaltiger Fertigung erworben werden, außerdem viele Produkte aus fairem Handel. Den Abschluss der Interkulturellen Wochen macht am Sonnabend, 17. Oktober, die Weltkapelle, die unter dem Motto „Fremde Heimat“ um 20 Uhr zu einem Konzert ins Kub einlädt.

Der Flyer liegt in der Stadtinfo, im Bella Donna Haus, in der Oase, im Weltladen und im Kaktus aus. Anmeldungen für die Veranstaltungen bitte per E-Mail an fomibo@web.de.

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