Walter Busch – ein „Macher“ in Sport, Schule und Politik

Lübecker Nachrichten   26.08.2020

Der Bad Oldesloer Ehrenbürger Walter Busch prägte das Sportgeschehen in seiner Heimatstadt und im ganzen Norden viele Jahrzehnte lang – Jetzt starb er im Alter von 93 Jahren

Von Susanna Fofana

Oldesloes Ehrenbürger Walter Busch in seinem 90. Lebensjahr.Fotos: Fofana, Carstens, Privat

Bad Oldesloe. Die Kreisstadt trauert um ihren Ehrenbürger Walter Busch. Der langjährige VfL-Vorsitzende und Schulleiter starb im Alter von 93 Jahren. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse war insbesondere als Sportfunktionär auf Orts-, Kreis- und Landesebene überregional bekannt.

Sport und Schule waren die großen Lebensthemen von Walter Busch außerhalb der Familie mit Ehefrau Monika, vier Kindern und fünf Enkelkindern. Phänomenal war vor allem sein Gedächtnis, mit dem er seine Mitbürger immer wieder verblüffte. Bei Klassentreffen mit seinen einstigen Schülerinnen und Schülern hatte er sofort den jeweiligen Namen parat. Und setzte gleich noch eine persönliche Geschichte hinzu.

Wer nicht sein Schüler war oder in dem Verein seines Herzens Sport betrieb, lernte ihn womöglich beim Mutter-Kind-Turnen kennen und schätzen. Wie beispielsweise der Oldesloer Bürgermeister Jörg Lembke als kleiner Steppke. In der Turnstunde stand Busch dann mit seinem Akkordeon mittendrin im Geschehen und gab den Takt für seine Übungen vor. Er war stolz darauf, dass es seinerzeit die größte Gruppe dieser Art in ganz Norddeutschland war.

Bad Oldesloe war von Anfang an seine Stadt, in die er als Sechsjähriger kam und in der er sich stets sehr wohl fühlte. Mehr als 80 Jahre lang war er Mitglied im VfL Oldesloe, dessen Geschicke er mit fester Hand 36 Jahre als Vorsitzender leitete. Auch als Ehrenvorsitzender setzte er sich weiter für seinen Verein ein.

Busch war Ehrenmitglied des Kreissportverbandes, stellvertretender Vorsitzender und Ehrenmitglied des Landessportverbandes, seit 1996 einer von fünf Ehrenbürgern der Stadt. Zehn Jahre lang war er zudem Schulleiter der Theodor-Storm-Realschule. In seiner politisch aktiven Zeit war er zudem stellvertretender Bürgerworthalter und auch dort ein „Macher“ und „Kümmerer“.

Walter Busch setzte sich immer mit ganzem Herzen ein. So auch, als es um Spenden für die neue Orgel der Peter-Paul-Kirche ging. Familie und Wegbegleiter sorgten zum 90. Geburtstag vor drei Jahren für einen großen Bahnhof im VfL-Vereinsheim. Lembke berichtete von einem Erlebnis mit Busch, als der ihn Ende der 80er Jahre als Fußballjugendwart einbestellt hatte. Lembke habe damals gesagt, dass er „ein schweres Erbe“ antrete. Und Busch ihn sofort korrigiert, dass es „schwierig“ heißen müsse, da sich „schwer“ auf das Gewicht beziehe.

Busch sei „ein Gewinn für die Stadt und alle, die mit ihm zu tun haben“, hatte Lemke auf der runden Geburtstagsfeier betont. Der damalige Bürgerworthalter Rainer Fehrmann hatte Busch damals „als Vorbild für alle Generationen“ bezeichnet. Und hinzugefügt: „Wir Oldesloer sind stolz auf unseren Ehrenbürger Walter Busch.“

„Mein Paradies“, wie Busch es nannte, war sein idyllischer Garten, in dem er oft arbeitete. Ein weiteres Hobby war die Fotografie. In seinen Alben voller Natur-, Reise- oder Enkelbilder blätterte er gern. Einer seiner Leitsätze lautete: „Für sein Wohlbefinden muss man aktiv bleiben. Sowohl im Kopf als auch mit dem Körper.“ Vor gut einem Jahr erstattete Busch noch dem Verein „Bad Oldesloe macht Theater“ als Zeitzeuge Bericht – unter anderem über das Jahr 1944, in dem er Marinehelfer war mit dem späteren Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg, der zwei Jahrgänge unter ihm Oldesloes Gymnasium besuchte.

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