Betrachtungen zum Wochenausklang: Top-Wasser und Flop-Schulen

Stormarner Tageblatt  29.08.2020

Stormarner Wochenschau

Top-Wasser und Flop-Schulen

Megi Balzer
Megi Balzer

Susanne Link, Patrick Niemeier und Stephan Poost

Wasser In Stormarn müssen wir uns keine Sorgen um das Trinkwasser machen – sagen die Vereinigten Stadtwerke und auch Hamburg Wasser. Trotzdem stehen die Zeichen auch in Stormarn langfristig auf Wassersparen. Zu überlegen ist sicher auch, ob ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel wie Trinkwasser langfristig zum Sprengen von Rasenflächen, Gießen von Blumen und Waschen von Autos genutzt werden sollte. Beim Wasser top – aber eigentlich auch sonst. Das sehen allerdings nicht alle Bürger so, denn insbesondere über die Kreisstadt wird immer wieder gemeckert. Es wäre nichts los, die Fußgängerzone leer und die Veranstaltungen langweilig. Seltsamerweise sehen das auswärtige Besucher ganz anders, die freuen sich über das Kulturangebot, genießen es, in Bad Oldesloe einzukaufen und freuen sich über die malerischen Ecken. Ganz so schlecht scheint es bei uns also nicht zu sein.

Personalien Bis April 2022 wird Michael Sarach Bürgermeister in Ahrensburg bleiben. Die Fäden der Verwaltung werden bis dahin an seinem Schreibtisch zusammenlaufen. Ob er nochmal antritt? Unwahrscheinlich, aber nicht entschieden. Die CDU hat bereits ihren Kandidaten, Thomas Schreitmüller, offensiv in Stellung gebracht. Und der gibt schonmal Gas, trifft sich laut Amtsinhaber Sarach mit Entscheidungsträgern und Mitarbeitern – und das stößt dem aktuellen Bürgermeister auf – auch weil suggeriert werde, dass der 67-Jährige aus Altersgründen schon vor 2022 aus dem Amt scheiden könnte. Schon vor Jahren hatte Sarach gesagt, dass ein zentrales Problem in Ahrensburg sei, dass die Lokalpolitiker oft die Verwaltung für die Opposition halten. Wird die CDU nun konsequent versuchen ihre Themen in den Mittelpunkt zu rücken, um ihren Kandidaten weiter in Position zu bringen? Drohen Sachthemen darunter zu leiden, die Sarach auf den Weg bringen möchte? Es stellt sich die Frage, ob Kandidaten für Bürgermeisterämter besser immer unabhängig von Parteizugehörigkeiten aufgestellt werden sollten.

Etikettenschwindel Die Theodor-Storm-Schule ist eine Schule mit Perspektiven – weil viel Luft nach oben ist. Schulen, die mit Landesmitteln beziehungsweise einem „Bildungsbonus“ gefördert werden, werden als „Perspektivschulen“ bezeichnet. Brennpunktschulen oder Problemschulen wäre wohl sprachlich deutlicher. Denn Kriterien für diese „Auszeichnung“ sind unter anderem der Anteil an Wiederholern, Schulabbrechern die mitunter schlechten Ergebnissen in Mathematik und Deutsch. Um das zu ändern, erhält die Schule finanzielle Mittel. Ein Etikettenschwindel. Denn „Perspektivschule“ suggeriert, dass Kinder hier eine gute Perspektive haben, während in Wirklichkeit die Schule dringend eine bessere Perspektive eröffnet werden muss.

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