Die Frage nach der Konzertfahrt-Finanzierung

Stormarner Tageblatt  31.08.2020

In Bad Oldesloe werden Reisen Kulturschaffender aus dem Kulturförderungsbudget unterstützt, weil ein eigener Etat dafür fehlt

Vor allem „Stormarn Magic“ benötigt regelmäßig Zuschüsse für die weiten Konzert- und Wettbewerbsfahrten. Nie
Vor allem „Stormarn Magic“ benötigt regelmäßig Zuschüsse für die weiten Konzert- und Wettbewerbsfahrten. Nie

Bad Oldesloe Theaterstücke, Konzerte, Ausstellungen und Kunstprojekte – aus dem Kulturfördertopf der Stadt Bad Oldesloe werden jedes Jahr zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in der Kreisstadt finanziert. 30.000 Euro stehen für die Vereine und Privatpersonen zur Verfügung, deren Anträge den festgelegten Förderrichtlinien entsprechen. Das Besondere in der Kreisstadt ist, dass die Antragssteller selbst in Verhandlungen treten, wenn die Antragssummen höher als das Budget sind. Und bisher gab es immer eine Einigung. In diesem Jahr fiel auf, dass die Zuschüsse für Fahrten zu Musikwettbewerben einen relativ großen Anteil an den gewährten Zuschüssen einnehmen. Diese Förderungen benötigt vor allem die Marching-Band „Stormarn Magic“.

Aber soll das wirklich aus dem Kulturfördertopf bezahlt werden? Während alle anderen Vereine und Antragssteller den Magics ihre Fahrten nach eigener Aussage gönnen, begab man sich auf die Suche nach anderen Töpfen, die für diesen Fall angezapft werden könnten – und man wurde nicht fündig.

Entsprechend brachten die Kulturschaffenden im aktuellen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA)gemeinsam mit der Leiterin der Kulturabteilung, Inken Kautter, den Antrag ein, einen extra Topf mit 10.000 Euro für Fahrtenförderung einzurichten. Die Ausschussmitglieder sahen die Notwendigkeit , sie wollen aber keinen eigenen Fördertopf einrichten. Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen) befürchtet zum Beispiel, dass das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen auslösen könnte.

Generell zeigte man sich aber bereit dazu das Budget im Kulturfördertopf um eine noch nicht genau definierte Summe zu erhöhen, so dass die Fahrten weiterhin aus diesem finanziert werden können. Da dies nicht dem vorliegenden Antrag entsprach, beschlossen die Fraktionen, den neuen Vorschlag nochmal zu diskutieren, signalisierten aber bereits ihre generelle Zustimmung für eine Erhöhung.

Kulturchefin Kautter merkte an, dass im gleichen Zug dann die Fördersatzung auch überarbeitet werden müsste. Denn dort sei bisher nur festgelegt, dass in Ausnahmefällen auch Fahrten finanziert werden können. Die Ausnahme würde aber ja durch die zweckgebundene Erhöhung zur Regel werden. Auch über diesen Vorschlag soll nun noch in der nächsten Sitzung des BSKA diskutiert werden. nie

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