Die Stadt nimmt Abschied von Walter Busch

Lübecker Nachrichten   05.09.2020

Mehr als 200 Gäste kamen gestern in die Stormarnhalle zur Trauerfeier für den Ehrenbürger

Bürgermeister Jörg Lembke: „Walter Busch hat in seinem Leben durch seine unverwechselbare Art viele Oldesloer Bürger geprägt.“ foto: SF

Bad Oldesloe. Vital, fit und voller Lebensfreude und Tatendrang – wer Walter Busch traf, dachte sich: „Der wird mindestens 100 Jahre alt.“ Mitte August aber starb der Oldesloer unerwartet im Alter von 93 Jahren. In der Stormarnhalle nahmen gestern mehr als 200 Trauergäste Abschied von „Mr. VfL“. Die Flaggen waren dabei auf Halbmast gehisst, denn die Kreisstadt verlor mit Walter Busch ihren Ehrenbürger.

„Er hat die Oldesloer durch seine unverwechselbare Art geprägt, sei es durch den Sport im VfL Oldesloe, durch seinen Beruf als Lehrer, in der Politik oder privat. Er war ein Macher und im wahrsten Sinne des Wortes ein Vorturner, der sich für eine Sache einsetzen und andere gleich mit dafür begeistern konnte“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke in seiner Trauerrede.

Da die Titel und Auszeichnungen des Verstorbenen schon vielfach aufgezählt worden waren, erinnerte Lembke in der Stormarnhalle bewusst an Walter Busch „als Mensch“. „Kantig, aber geradlinig, fordernd und in der Sache hart, aber engagiert und stets bereit voranzugehen“, beschrieb der Bürgermeister den Mann, der so viel für die Stadt getan habe.

Unvergessen das Mutter-Kind-Turnen beim VfL in der Stormarnhalle, Walter Busch dabei stets mit Akkordeon. Beim Sportunterricht fehlte seine Trillerpfeife nie, bei den legendären Zeltlagern für Kinder und Jugendliche packte er tatkräftig mit an, bei der von ihm ins Leben gerufenen Litauen-Hilfe brachte er die Spenden sogar manchmal selbst mit an den Bestimmungsort. Und Busch war es auch, der im Zuge der Aussöhnung mit Israel den Grundstein legte für die Städtepartnerschaft Bad Oldesloes mit Beer Yaacov, die inzwischen 33 Jahre währt.

Tatsächlich gedachte in dieser Feierstunde jeder Trauernde an „seine Begegnung“ mit Walter Busch, so auch Pastor Stephan Thieme, der durch den Gottesdienst führte: „Zuletzt saßen wir im Mai zusammen in seinem Garten, den er selbst mit kaputter Hüfte noch bestellte.“ Als Bebauer und Bewahrer von Kultur in jedem Lebensbereich beschrieb er ihn, der wie kein Zweiter so lebendig habe erzählen können und dabei unbändige Lebensfreude ausgestrahlt habe.

Bürgermeister Lembke betonte: „Dadurch wird er uns als Vorbild in Erinnerung und in unseren Herzen lebendig bleiben, und sein Wirken weiterhin Bestand haben.“

Im Anschluss an den Trauergottesdienst wurde Walter Busch im engsten Familienkreis auf dem Oldesloer Friedhof beigesetzt.   sf

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