Corona: Große Sorgen um Schutz im Schulbus

Stormarner Tageblatt  10.09.2020

Verkehrsausschuss des Kreises fordert zusätzliche Busse, um Schülerbeförderung sicherer zu machen

Die Schülerbeförderung soll nach den Herbstferien in Stormarn temporär erweitert werden.  Nie
Die Schülerbeförderung soll nach den Herbstferien in Stormarn temporär erweitert werden. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sie drängeln an der Bushaltestelle, umarmen sich, nehmen zwischendurch die Maske ab – was laut der Schulen in Sachen Corona-Schutz rund um den Unterricht funktioniert, klappt bei der Schülerbeförderung zu oft nicht. Tatsächlich erscheint es problematisch, dass Schulen mit strengen Hygienekonzepten ihre Schüler in Kohorten aufteilen und Begegnungen auf ein Mindestmaß reduzieren – oder es zumindest versuchen – während dieselben Schüler dann anschließend im manchmal überfüllten Bus aufeinander treffen.

Eilantrag der CDU Björn Schönefeld, beim Kreis Stormarn für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig, erklärte vor Wochen bereits, dass man nicht für jede Kohorte und jede Unterrichtszeit einen eigenen Bus einsetzen könne. Er empfahl den Schulen ihre Stunden so zu planen, dass möglichst wenige Schüler bei der Beförderung aufeinander treffen. Ob dort auf ihn gehört wurde, könne er nicht beurteilen, die Schüleranzahl in den Bussen zu Stoßzeiten spricht allerdings dagegen.

„Die Anregung an die Schulen, die Zeiten zu staffeln, erfolgte bereits vor beziehungsweise in den Sommerferien. Wie die Umsetzung im Detail jetzt aussieht, kann ich nicht sagen. Mir sind nur einzelne Konzepte zum Beispiel aus Bad Oldesloe und Trittau bekannt“, sagt Björn Schönefeld weiter.

Der Verkehrsausschuss des Kreises hat nun auf Eilantrag der CDU beschlossen, dass die Verwaltung in Sachen Schülerbeförderung dringend nachbessern soll. Zwar sei vom Land keine besondere Vorgabe für die Schülerbeförderung gemacht worden, doch stehe aus Sicht der Christdemokraten fest, dass „die aktuelle Situation in den vollen Schulbussen in keiner Weise den vom Land festgelegten Hygienestandards – die an den Schulbetrieb gestellt sind – entspricht“, heißt es im Antrag der CDU. Auf besonders stark frequentierten Linien soll es daher nach den Herbstferien zusätzliche Busse geben, diese sollen möglichst durch Stormarner Verkehrsbetriebe gestellt werden, die „ungewollt freie Kapazitäten haben“.

Insgesamt darf die Maßnahme mit bis zu 500.000 Euro zusätzlich zu Buche schlagen. Allerdings muss dieses Zusatzbudget für die Schülerbeförderung noch durch den Finanzausschuss und durch den Kreistag abgesegnet werden. Mindestens Teile dieser Sonderausgaben würden die Kreispolitiker gerne vom Land zurückerhalten. „Gegebenenfalls ist ein Antrag auf Zuschüsse für die zusätzlichen Fahrten beim Land SH zu stellen, da die Notwendigkeit erst durch die Landesverordnung entstanden ist“, heißt es dazu.

Verstärkung punktuell Schönefeld wartet zunächst die weitere Entwicklung in den Gremien ab. „Wir werden, wenn es denn so beschlossen wird, nach den Herbstferien reagieren“, sagt er. Erste Gedanken zur Umsetzung habe er sich bereits gemacht. „Es wird punktuell verstärkt – das heißt, es gibt Verstärkerbusse zu den normalen Fahrten im Fahrplan – gegebenenfalls durch Reiseunternehmen. Diese Verstärkung erfolgt nach Rücksprachen mit den Verkehrsunternehmen. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, da zunächst die Politik im Finanzausschuss am 21. September darüber informiert werden muss.“

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