Flammendes Plädoyer für Öffnung der Stormarnhalle

Lübecker Nachrichten   11.09.2020

Die Sportstätte in Bad Oldesloe ist derzeit wegen Corona für den Vereinssport geschlossen – Der Widerstand wächst

Macht sich stark für die Öffnung der Stormarnhalle: Birga Scholz aus Bad Oldesloe.  Foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Die Schließung der Stormarnhalle in Bad Oldesloe für den Vereinssport erregt weiter die Gemüter. Handballerin Birga Scholz hielt in der Einwohnerfragestunde der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses am Mittwoch ein flammendes Plädoyer für eine Wiedereröffnung für die Sportlerinnen und Sportler.

Scholz erhielt auch Unterstützung von der Politik – doch Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) hält weiter an seiner Entscheidung fest. Hintergrund: Die Halle soll – zunächst bis Jahresende – aufgrund der Corona-Krise für größere Veranstaltungen freigehalten werden, der Aus- und Einbau des Spezialbodens sei mit großem Arbeitseinsatz und damit auch hohen Kosten verbunden (die LN berichteten).

„Die Stormarnhalle ist die Haupttrainingsstätte der Handballer von Union Oldesloe“, berichtete Birga Scholz dem Ausschuss. Sie ist nicht nur aktive Sportlerin, sondern auch Trainerin und Mutter zweier Handball-Kinder. Insgesamt sind bei Union etwa 200 Handballer von der Hallen-Schließung betroffen. „Wir verstehen alle die notwendigen Einschränkungen und haben das bisher mit Bravour gemeistert.“ Doch mittlerweile seien alle am Limit. Der Herbst stehe vor der Tür, es werde dunkel und nass. Man könne dann beim Training draußen keinen Ball mehr festhalten. „Die Trainingsabsagen häufen sich, die Eltern haben immer weniger Verständnis“, sagte Birga Scholz. „Wir sind auf eine große Halle angewiesen.“

Die angebotenen Zeiten in den anderen Hallen seien zudem bei Weitem nicht ausreichend. „Wir haben eine prekäre Situation und stellen die Notwendigkeit der Hallenschließung in Frage.“ Nach ihren Recherchen habe lediglich eine Oldesloer Ausschusssitzung in der Stormarnhalle stattgefunden, insgesamt seien es seit Beginn der Pandemie 13 Veranstaltungen gewesen. Es sei bedauerlich, dass der Sport dafür geopfert werde.

Die Stadt Bad Oldesloe ist unterdessen in Gesprächen mit dem Kreis und dem Amt Bad-Oldesloe-Land wegen der Halle der Berufsschule sowie der Halle der Masurenwegschule. Diese ist eigentlich den umliegenden Gemeinden vorbehalten. Doch da Union im Jugendbereich eine Handballgemeinschaft mit Rethwisch gebildet hat, könnten die Kinder dort trainieren. Und auch für andere Sportler aus Bad Oldesloe solle diese geöffnet werden. Birga Scholz hofft, dass Union weitere Zeiten erhält und die Hallenkapazitäten auf alle Vereine und Sparten fair und gerecht verteilt werden. mc

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