Stadt will Parktickets für Pendler und Schüler

Stormarner Tageblatt  16.09.2020

Wirtschafts- und Planungsausschuss berät Parkgebühren für „Park+Ride“ sowie Schulparkplätze

Der „Park & Ride“ Parkplatz am Bahnhof in Bad Oldesloe. Niemeier
Der „Park & Ride“ Parkplatz am Bahnhof in Bad Oldesloe. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Müssen Pendler am Oldesloer Bahnhof bald Parkgebühren für ihre Pkw bezahlen? Wenn es nach der Stadt Bad Oldesloe geht, lautet die Antwort „Ja“. Fakt ist: Es gibt zu wenige Stellplätze am Bahnhof – zumindest, wenn es nach der Auslastung geht. Wer nach der ersten Stoßzeit in den frühen Morgenstunden einen Stellplatz sucht, geht meistens leer aus.

„Das liegt halt auch daran, dass dort viele Mitarbeiter der Kreisverwaltung und Anwohner parken, die gar nicht zum Zug wollen“, sagt Jens Wieck (CDU). Das sei ein Problem für die echten Pendler. „Es kommen auch die Autofahrer hinzu, die dort parken und von dort dann zu Fuß zur Arbeit gehen“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke. Da Bad Oldesloe noch im HVV Bereich liege, sei es auch so, dass zum Beispiel Pendler aus Lübeck bis nach Oldesloe fahren und erst ab hier in den Zug steigen. All das führe zu einer Überlastung der Parkplätze.

Müssten Parkgebühren gezahlt werden, sei der Platz für die Menschen, die nicht wirklich pendeln müssen, nicht mehr so attraktiv und werde nicht mehr falsch genutzt – so die Argumentation des Verwaltungschefs. Die FBO glaubt nicht, dass es wirklich um eine Entlastung für die Parkfläche gehe, sondern darum, Geld zu machen. Bevor man – quasi als Kollateralschaden – auch die echten Pendler belaste, müsse es Gespräche mit umliegenden Firmen und vor allem der Kreisverwaltung und Wohnungsvermietern geben, deren Mitarbeiter und Mieter die Parkflächen falsch nutzen.

„Die Park + Ride-Parkplätze sind im Bahnhofsbereich eingerichtet worden, um für Bahnnutzer eine attraktive Umsteigemöglichkeit vom Auto in die Bahn zu eröffnen. Dafür sind auch Fördermittel von Bund und Land geflossen, da man das Bahnfahren als Alternative zum Auto fördern möchte“, sagt Manfred Lieder (FBO). „Bei einer Zustimmung wären mindestens anteilig die Fördermittel zu erstatten“, bestätigt die Stadtverwaltung. „ Die Folge der Einführung von Parkgebühren am Bahnhof wäre damit zwangsläufig, dass in Zukunft viele Menschen gleich mit dem Auto direkt zum Arbeitsplatz fahren“, glaubt Matthias Rohde (FBO). Auch die SPD ist nicht überzeugt von der Parkgebührenidee. Die Sozialdemokraten wollen daher ebenfalls dagegenstimmen. Neben den kostenlosen Parkplätzen am Bahnhof hat die Stadtverwaltung auch weitere bisher kostenfreie Parkmöglichkeiten im Visier.

Für besondere Aufregung sorgt dabei, dass die Schulparkplätze in Zukunft nicht mehr ohne Parkticket genutzt werden könnten. Denn diese seien ständig überbelegt. Auch hier seien es oft Parkende, die nicht zur Schule wollen, sondern ihr Fahrzeug lediglich abstellen. In Zukunft könnte es so geregelt werden, dass sich Lehrer und Schüler Monatstickets sichern müssen, um die Stellplätze nutzen zu dürfen. Die Entscheidung darüber wurde auf Oktober vertagt.

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