Bad Oldesloe: Wie ist der Einzelhandel zu retten?

Lübecker Nachrichten   18.09.2020

Online-Handel und Corona-Krise setzen innerstädtischen Geschäften zu – Ein neues Konzept soll Tipps liefern

Die Oldesloer Innenstadt am Nachmittag: Sie könnte voller sein. Foto: DVD

Bad Oldesloe. Der Oldesloer Handel macht eine schwere Zeit durch. Viele Kunden bestellen Kleidung, Bücher oder sonstige Artikel inzwischen lieber vom heimischen Sofa aus, als die Geschäfte in der Stadt aufzusuchen. Und als hätten die einschlägigen Online-Shops nicht schon genug Kaufkraft gebunden, so führten in diesem Jahr noch Corona und der dadurch bedingte Shutdown zu erheblichen Einbußen. In dieser Gemengelage soll nun ein neues Konzept zur Entwicklung des Einzelhandels in Auftrag gegeben werden. Den Mitgliedern des Wirtschafts- und Planungsausschusses lag jetzt das von der Verwaltung erarbeitete Leistungsverzeichnis vor, auf dessen Grundlage die Untersuchung ausgeschrieben werden soll.

„Ein wichtiger Punkt ist fehlerhaft. Es muss hier um die Innenstadtentwicklung in der Zukunft gehen“, kritisierte Frank Schmüser, zweiter Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats. Die Aufgabenstellung für die Experten basiere auf dem alten Gutachten aus dem Jahr 2008. Seitdem habe sich der Handel sehr stark verändert. „Und momentan sind wir in einer Zeitspirale, in der sich alles noch schneller entwickelt“, gab der Interessenvertreter der Geschäftsleute zu bedenken.

Ins selbe Horn stieß Hans-Jörg Steglich von der Stadtfraktion. Er monierte, dass das Untersuchungsspektrum des Gutachtens zu weit gefasst sei, da auch Aspekte wie die Verkehrssituation in der Innenstadt einbezogen würden. „Was nutzt es, wenn das Gutachten erst nach vier Jahren vorliegt? Was haben wir davon zu erwarten? Für wen soll es noch gut sein? Wegen der Corona-Krise stehen viele Existenzen auf dem Spiel. Wir brauchen jetzt einen Aktionsplan“, warf Steglich sichtlich erregt ein.

„Da geraten gerade zwei Sachen durcheinander“, versuchte Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing zu vermitteln. Das Verkehrsgutachten enthalte mehrere Bausteine, von denen etwa die Hagenstraße auch ins Einzelhandelskonzept hineinspiele. Das Ergebnis der verkehrlichen Untersuchung werde schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu erwarten sein und das des Handelskonzeptes Ende nächsten Jahres.

Annika Dietel (SPD) berichtete, dass die vorliegende Fassung des Papiers auch innerhalb ihrer Fraktion für verbesserungswürdig gehalten wurde. Sie stellte daraufhin einen eigenen Antrag. Demnach soll das Konzept „konkrete Handlungsempfehlungen an die Stadtverwaltung und die politischen Gremien geben, die diese im Rahmen ihrer Zuständigkeit umsetzen können“. Gleichzeitig sollten die einzelnen Punkte nach Dringlichkeit gestaffelt werden. Mit diesem Vorschlag erklärten sich durchweg alle Ausschussmitglieder einverstanden. dvd

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