Oldesloer Kino lädt zum Aktionstag ein

Lübecker Nachrichten   15.10.2020

Heinz Wittern ist Mitglied im neuen landesweiten Kinoverbund und will Filmfreunde wieder motivieren, das Oldesloer Oho-Kino öfter zu besuchen

Von Dorothea von Dahlen

Heinz Wittern, Inhaber des Oldesloer Oho-Kinos, zeigt das Plakat des Aktionstages.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Durch Höhen und Tiefen ist das Oldesloer Oho-Kino schon gegangen und mit ihm freilich auch sein Inhaber. Während des Lockdowns in diesem Frühjahr durfte rein gar nichts über die Leinwände flimmern und selbst seit der Wiedereröffnung ist das Haus mit drei Sälen noch nicht wieder zu alter Form aufgelaufen. Doch Heinz Wittern wäre kein passionierter Cineast, wenn er so einfach klein bei geben würde. Deshalb stand für ihn auch außer Frage, dem neuen Interessenverband der Kinos in Schleswig Holstein beizutreten und auch am morgigen Freitag, dem ersten landesweiten Aktionstag, mitzumischen.

„Wir sind das einzige Kino in ganz Stormarn, das 365 Tage im Jahr geöffnet ist und täglich mindestens neun Vorstellungen anbietet“, sagt Wittern stolz. Neben dem Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (KuB) sei das Oho eine wichtige Institution in der Kreisstadt. Und das nicht einmal als Spielort einer großen überregionalen Kette, sondern als ein vom Inhaber geführtes Kino. „Das trifft auch auf die meisten Mitglieder des Kinoverbunds zu. Wir müssen extrem schwere Zeiten durchstehen. Denn zurzeit verdienen wir kaum Geld. Aber wir sind alle mit Herz und Leidenschaft dabei, sonst könnten wir das gar nicht machen“, erzählt Wittern.

Leicht haben es die Kinobetreiber derzeit schon deshalb nicht, weil sie nicht die gesamte Kapazität der Säle ausnutzen können. Jede zweite Reihe muss frei bleiben sowie zwischen Paaren, Familiengruppen und Einzelpersonen jeweils zwei Sitzplätze, um einer möglichen Ansteckung mit Corona vorzubeugen.

Wie Wittern berichtet, kommt als weiteres großes Handicap hinzu, dass noch viel zu wenige Filmbegeisterte wissen, welche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um ihre Gesundheit zu schützen. „Kürzlich fragte mich ein früherer Stammgast: ,Habt Ihr eigentlich schon wieder auf?’ Da war ich erschüttert“, erzählt er. Zu beobachten sei, dass viele Leute, auch ältere, inzwischen wieder ins Café oder Restaurant gingen, das Kino aber wohl aus Angst mieden. Dabei seien die Vorführsäle permanent und somit besser belüftet als jeder andere Raum. Alles in allem habe sich noch niemand definitiv im Kino angesteckt.

Den Aktionstag an diesem Freitag nimmt Wittern deshalb zum Anlass, um Filmliebhabern die Schwellenangst zu nehmen. Ab 12 Uhr ist die Öffentlichkeit eingeladen, sich selbst ein Bild über die Sicherheitsvorkehrungen im Oho-Kino zu machen und natürlich auch mehr über das „Filmgeschäft“ ganz allgemein zu erfahren. „Die Leute können auf eine Tasse Kaffee hereinkommen. Für die Kinder gibt es Popcorn. Jeder darf sich die Sitzordnung in den Sälen anschauen“, kündigt der Inhaber an.

Gezeigt wird auch eine lange Trailer-Show, um die Neugier auf aktuelle Filme zu wecken. Ein Höhepunkt wird sicherlich auch die Sneak-Preview sein, die ab 20 Uhr läuft. Zu sehen ist ein Film, der noch nirgendwo gezeigt wurde. Und ganz nebenbei können die Besucher einmal aus berufenem Munde erfahren, wie ein Kino-Betrieb eigentlich funktioniert, wie es kommt, dass selbst große Blockbuster in Bad Oldesloe zu sehen sind.

Gefreut hat Wittern übrigens, dass sich der schleswig-holsteinische Ministerpräsident so für die Kinos in ihrer Not eingesetzt hat. Ein Satz in Daniel Günthers Image-Film hat ihm aber besonders gut gefallen. „Er hat gesagt: ,Sie helfen unseren Kinos schlicht und ergreifend dadurch, indem sie einfach mal wieder hingehen.’ Dem ist einfach nichts hinzuzufügen“, sagt der Oho-Chef.

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