Müll wird teurer

Stormarner Tageblatt  17.10.2020

Entsorgung in Stormarn:

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Im Kreis Herzogtum Lauenburg ist die sprichwörtliche Katze schon aus dem (Müll-) Sack, in Stormarn wird das bald passieren: 2021 steigen die Müllentsorgungskosten. Das bestätigt Olaf Stötefalke, Sprecher der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH). „Im Kreis Stormarn werden sich die Entgelte für die Abfallentsorgung im nächsten Jahr erhöhen. Damit werden sich aber noch die entsprechenden Gremien des Kreises beschäftigen“, sagt Stötefalke. Er wolle den Beratungen nicht vorgreifen. Konkrete Zahlen für Stormarn müssten erst in der Politik und nicht öffentlich diskutiert werden. Im Herzogtum sei man da schon einen Schritt weiter. Die Gründe für die notwendigen Erhöhungen sind allerdings selbstverständlich identisch zu denen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg – wo ebenfalls die AWSH für die Entsorgung zuständig ist – ins Gewicht fallen.

„Gründe sind vor allem erhöhte Kosten bei der Logistik sowie der Rückgang bei Erlösen für Sekundärrohstoffe. Hier hat sich der Markt wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Monaten sehr negativ entwickelt“, beschreibt Stötefalke die Situation. In der Vorlage für den Hauptausschuss des Lauenburger Kreistags umreißt der AWSH die Probleme, die auch Stormarn betreffen. Die Personalkosten und die geänderten Vertragslagen fallen ebenfalls ins Gewicht.

„2021 kommt es zu deutlich steigenden Aufwendungen“, lautet das Fazit in der Summe. Gleichzeitig steige die produzierte Menge Müll. „Die Kostenanpassungen basieren neben den Mengen- und Volumeneffekten auch auf den vertraglich vereinbarten index- und tarifbasierten Preisanpassungen“, erklärt die AWSH. In diesen Kalkulationen sind keine Auswirkungen der Corona-Pandemie enthalten. Diese lassen sich aufgrund der historischen Einmaligkeit nicht vorhersagen, so die AWSH. Es gebe schlichtweg keine Vergleichswerte. Man gehe davon aus, dass es zu Änderungen im Entsorgungsverhalten der Privathaushalte komme, wenn wieder ein Shutdown notwendig werde.

Hinter der Bioabfallbehandlung befinden sich wegen der Verschärfung der Düngemittelverordnungen Fragezeichen. Denn diese könnten zu negativen Auswirkungen für die Kompostverwertung führen. Das würde dann weiter steigende Kosten bedeuten. Diese Auswirkungen könnten für 2021 aber noch nicht kalkuliert werden. Fest steht, dass die Verwertungskapazitäten der Anlage in Trittau überschritten seien. Das liege an der erfolgreichen Ausweitung der Sammlung bei gleichzeitigem Mengen- und Volumenzuwachs.

Das bedeute in der Konsequenz Mehraufwand bei Behandlung und Logistik. Denn der Bioabfall werde neben der ausgelasteten Anlage in Trittau in Lübeck und Schwerin behandelt. Diese Vergärungsanlagen seien aber teurer, hinzu kämen die längeren Anfahrten. Daher stehen hier steigende Kosten ins Haus. Teurer wird wohl auch die Sperrmüllentsorgung: Der Grund hierfür liegt an sinkenden Beträgen. „Der Markt für Sekundärrohstoffe hat sich 2020 deutlich negativ entwickelt. Für Altkleider seien keine Erlöse am Markt erzielbar. Gleiches gelte für Altholz. Auch die Erlöse für Elektro- und Metallschrott sind sehr deutlich gefallen. Die Kosten der Sperrmüllentsorgung und Verwertung von Inhalten aus der Wertstofftonne sei in der Summe also unrentabler geworden. Die in diesem Bereich gesunkenen Einnahmen müssen also ebenfalls ausgeglichen werden, so die AWSH.

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