Oldesloer halten sich an Maskenpflicht

Lübecker Nachrichten   25.10.2020

Besucher des Wochenmarkts und der Fußgängerzone befolgen die Regeln diszipliniert
Von Petra Dreu
Fast jeden Sonnabend musizieren Evgeni und Christo Chakarov in der Oldesloer Fußgängerzone. Die Maskenpflicht ist für sie kein Problem. „Das muss einfach sein“, sind sich die beiden einig.fotos: Petra Dreu

Bad Oldesloe. Die gestiegenen Infektionszahlen haben zum ersten Mal Konsequenzen für die Besucher des Oldesloer Wochenmarktes und der Fußgängerzone gehabt: Für alle wurde am Sonnabend das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes zur Pflicht. Die Resonanz auf die Neuregelung, die vorerst bis zum 2. November an den Wochenmarkttagen von 6 bis 18 Uhr und am verkaufsoffenen Sonntag am 1. November von 13 bis 18 Uhr gilt, war überaus positiv.

Thomas Wilken, Vorsitzender der Marktgemeinschaft, lobt Kunden und Marktbeschicker gleichermaßen: „Sie sind alle gut informiert und befolgen die Neuregelung sehr diszipliniert. Probleme hat es keine gegeben.“ Ihm gibt Claus Eggers recht, der an seinem Stand gerade zehn Eier kauft: „Was sein muss, muss sein. Dass hier an Markttagen die Maske getragen werden muss, war ja auch groß und breit bekannt.“

Am Obst- und Gemüsestand von Ari Necmi kauft Rainer Ave aus Bad Oldesloe Orangen ein. Seinen Stoffbeutel hat er dabei, und auch seinen Mund- und Nasenschutz trägt er fast schon mit einer Selbstverständlichkeit. „Ich möchte gesund bleiben und meine Enkelkinder noch lange sehen. Deshalb ist die Maske für mich auch in Ordnung.“

Auch die Eheleute Christa und Franz Neumann aus Grönwohld kaufen auf dem Oldesloer Wochenmarkt ein und tragen ihre Maske, als wäre es das Normalste der Welt. „Ich finde es bei den gestiegenen Coronazahlen auch richtig. Für seine Gesundheit sollte man ruhig etwas tun“, findet Christa Neumann. Ihr Angetrauter ergänzt: „Und man sollte in dieser Zeit nicht in Urlaub fahren. Ich bin Taxifahrer und habe schon so viele Leute zum Flughafen gefahren. Sie dann wieder abzuholen, mache ich aber nicht. Das sollen Jüngere übernehmen.“

„Ich bin überrascht, aber positiv, weil sich so viele Besucher an die Maskenpflicht halten. Darüber könnte man schon fast einen Werbefilm drehen“, sagt Klaus Dösselmann, der zusammen mit Doris Haupt auf dem Oldesloer Wochenmarkt seine Einkäufe erledigt – mit Mund- und Nasenschutz natürlich. Kai Rohman kauft am Stand der Kalkberg-Kaffeerösterei seinen Kaffeevorrat ein: „Heute ist es zwar nicht ganz so eng, manchmal aber schon. Deshalb ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nur folgerichtig.“

Dass der Wochenmarkt trotz des guten Wetters weniger gut besucht war als üblich, ist auch Manuel Otte am Stand der Hofbäckerei Wittmaack aufgefallen: „Einige unserer Stammkunden fehlen heute. Wenn sie nicht zwischen sieben und acht Uhr da waren, kommen sie auch nicht mehr.“

Tim Schnoor von der Kalkberg-Kaffeerösterei glaubt, dass die Kunden verunsichert sind. „Sie wissen nicht, was sie machen sollen, ob sie hier einen Kaffee trinken dürfen oder nicht. Das dürfen sie natürlich. Viele aber eilen auch ganz schnell wieder nach Hause.“ Die Maskenpflicht ist für ihn eine Herausforderung: „Seit sieben Uhr habe ich die Maske auf. Gleich muss ich weiter zum Erlebniswald Trappenkamp. Auch dort ist die Maske Pflicht. Das sind dann 13 bis 14 Stunden mit Maske. Das ist schon ziemlich lang. Ich würde gerne irgendwo tief Luft holen können.“

In der Fußgängerzone musizieren Evgeni und Christo Chakarov mit Geige und Akkordeon – und Maske natürlich. „Das ist in Ordnung“, sagen sie. Eine positive Bilanz ziehen Andy Bernhard und Daniel Reidt vom Sicherheitsdienst ABS. „Heute Morgen war ein Mann dabei, der wollte das Tragen einer Maske nicht einsehen. Ansonsten aber sind alle echt diszipliniert. Die wenigen, die es nicht gewusst haben, setzen sofort eine auf“, sagt Firmenchef Andy Bernhard, dessen Unternehmen von der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe beauftragt worden war. Nach Auskunft eines Marktbeschickers soll das Ordnungsamt sogar mit sechs Mitarbeitern die Befolgung der Maskenpflicht kontrolliert haben. Die Stadt wollte sich allerdings zu den Maßnahmen nicht äußern.

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