Corona: Maßnahmen verschärft

Stormarner Tageblatt  27.10.2020

40 Neuinfizierte / Inzidenzwert nun bei 53,6

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Kontaktbeschränkungen, strengere Maskenpflicht in Schulen und im öffentlichen Raum – die Entwicklung der vergangenen Wochen hatte erahnen lassen, dass diese Maßnahmen notwendig werden würden, am Montag war in Stormarn der Zeitpunkt erreicht.

40 Covid-19-Neuinfektionen musste die Kreisverwaltung am frühen Nachmittag zum Wochenstart bekanntgeben. Mit damit 131 neu Infizierten Bürgern innerhalb von sieben Tagen wurde der Warn-Inzidenzwert von 50 – also die zweite Stufe nach 35 – übertroffen. Insgesamt kommt Stormarn nun auf eine auf 100.000 Kreisbürger gerechnete Inzidenz von 53,6 innerhalb einer Woche.

Kreis voll erwischt Diese erschreckende Statistik bedeutet nicht nur, dass die zweite Welle der Covid-19-Pandemie Stormarn mittlerweile voll erwischt hat, sondern auch, dass die Kreisverwaltung mit Blick auf die Landesverordnung zur Eindämmung der Virusausbreitung tätig werden muss. Denn der Grenzwert von 50 war im Gespräch der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 14. Oktober als Grenzwert für eine Verschärfung der Regeln festgelegt worden. Ausgewählt wurde er, weil es bis zu diesem Punkt theoretisch möglich sein sollte, dass die Gesundheitsämter die Infektionsketten und Kontakte der positiv Getesteten noch nachverfolgen können. Darüber wird es problematisch. Gelingt die Nachverfolgung nicht mehr, gerät das Infektionsgeschehen außer Kontrolle. Eine Überlastung des Gesundheitssystems werde dadurch realistischer, heißt es. Der Kreis reagiert entsprechend auf Grundlage des Landeserlasses. Von heute an werden daher zum Beispiel an Stormarner Schulen auch im Unterricht Mund- und Nasenschutz getragen werden müssen. Außerdem gilt eine erweiterte Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Strengere Kontrollen Es dürfen sich im öffentlichen und privaten Raum nur noch zehn Personen treffen. An privaten und öffentlichen Feiern dürfen nur noch zehn Personen teilnehmen. An Sportwettkämpfen dürfen nur noch zehn Personen gleichzeitig mit Abstand teilnehmen. Der Fußballbetrieb kommt damit zum Erliegen. Sollten die Zahlen weiter steigen, gilt in zehn Tagen, dass sich nur noch fünf Personen treffen dürfen aus maximal zwei Haushalten.

Außerdem gilt ab 23 Uhr nicht nur die schon bestehende Sperrstunde in der Gastronomie sondern bis 6 Uhr auch ein absolutes Verbot des Verkaufs von Alkohol an Tankstellen oder Kiosken. Der Erlass des Landes verlangt darüber hinaus, dass die Einhaltung der Regeln ab sofort strenger kontrolliert werde. Für die Durchsetzung auch dieser Forderung ist der Kreis zuständig.

„Die Entwicklung der Infektionszahlen ist weiterhin zutiefst besorgniserregend. Mit den nun erforderlichen Maßnahmen wird es wieder stärkere Einschränkungen für unser tägliches Leben geben. Das ist leider unvermeidbar“, sagt Landrat Henning Görtz. Er appelliert an die Vernunft der Mitbürger.

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