Wird bald geimpft?

Stormarner Tageblatt  13.11.2020

Kreis Stormarn richtet kurzfristig drei Zentren für Corona-Impfstoff ein

Die Impfzentren haben für Landrat Görtz (rechts) vor allem einen präventiven Zweck: man könne bei Erhalt des Impfstoffs direkt mit dem Impfen beginnen und wäre vorbereitet. Finn Fischer
Die Impfzentren haben für Landrat Görtz (rechts) vor allem einen präventiven Zweck: man könne bei Erhalt des Impfstoffs direkt mit dem Impfen beginnen und wäre vorbereitet. Finn Fischer

Finn Fischer Bad Oldesloe Der Kreis Stormarn soll bis Dezember drei Impfzentren einrichten. Das hat Landrat Henning Görtz im Hauptausschuss mitgeteilt. Anfang der Woche hatten die Firmen Biontech und Pfizer mitgeteilt, einen Corona-Impfstoff entwickelt zu haben, der einen 90-prozentigen Schutz bieten soll und der offenbar kurz vor der Zulassung steht. Auf diesen Fall sollen die Kreise und Kommunen vorbereitet sein.
„Das bedeutet etwas Licht am Ende des Tunnels. Wir sind jetzt vom Sozialministerium aufgefordert worden, Impfzentren vorzubereiten“, sagt Görtz. Ziel sei es, dass am Ende nicht der Impfstoff schneller fertig sei als die Impfzentren. Deswegen soll die Infrastruktur bereits Mitte Dezember stehen. Vorgesehen ist, dass jeweils ein Impfzentrum im Norden, Mitte und Süden des Kreises eingerichtet wird – ein Zentrum für jeweils 80.000 Einwohner. Mit den Vorbereitungen befasst sich der Katastrophenschutz, weil das nicht auch noch das eigentlich zuständige Gesundheitsamt übernehmen kann.
„Das Sozialministerium hat uns bisher mitgeteilt, dass es wohl zwei verschiedene Impfstoffe geben wird und zunächst 600.000 Impfdosen für Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen werden, 200.000 davon sollen über die Hausärzte verabreicht werden, und die restlichen 400.000 über die Impfzentren“, erklärt Andreas Rehberg, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Gefahrenabwehr bei der Kreisverwaltung. Ein Mitspracherecht hat die Kreispolitik bei der Frage ob und wie viele Impfzentren in Stormarn eingerichtet werden nicht. Dennoch gibt es Zustimmung. „Ich glaube, dass das sinnvoll ist, weil die Hausärzte sonst überlastet wären. Ein Hausarzt hat im Schnitt etwa 1000 Patienten, und wenn die alle auf einmal geimpft werden wollen, wird es eng. Deswegen finde ich es richtig, dass solche Zentren eingerichtet werden“, sagt Kreispräsident Hans-Werner Harmuth.
Wie teuer das Projekt für den Kreis wird, ist noch unklar. Die Betriebskosten werden vom Land übernommen. Jetzt wird noch geklärt, welche Kosten dann in Rechnung gestellt werden können.

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