Stadt prüft Option auf Neubau der Stormarnhalle

Lübecker Nachrichten   14.11.2020

Eventuell gibt es 2021 ein Förderprogramm für den Neubau von Sporthallen

Die Oldesloer Stormarnhalle soll saniert werden, aber auch ein Abriss ist jetzt im Gespräch.Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Politiker in Bad Oldesloe halten sich die Option zu Abriss und Neubau der Stormarnhalle offen. Am Donnerstag stimmten sie in einer Sondersitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses mehrheitlich für einen Zusatz zum Sanierungsbeschluss: Es soll geprüft werden, ob es in 2021 ein Förderprogramm für den Neubau von Sporthallen gibt. Gleichzeitig sollen die Kosten von Abriss und Neubau errechnet und zum Vergleich denen einer Sanierung gegenüber gestellt werden. Angenommen wurde auch die weitergehende Variante einer Sanierung, die derzeit mit rund 6,5 Millionen Euro veranschlagt ist.

Die Sondersitzung war notwendig geworden, weil der Antrag auf Fördermittel am 13. November gestellt werden muss und die Wählergemeinschaft FBO eine abgespeckte Sanierungsvariante für etwa 4,75 Millionen Euro beantragt hatte – möglich ist eine Förderung der Sanierung durch den Bund oder durch ein Landesprogramm. Die Stormarnhalle muss saniert werden, weil sie in ihrer jetzigen Form die Brandschutzauflagen nicht erfüllt. Hans-Jörg Steglich (Stadtfraktion) gab zu Beginn der Sitzung bekannt, dass er bei einem Anruf im Innenministerium des Landes erfahren habe, dass zum einen das Förderprogramm für Hallensanierungen 2021 fortgesetzt werde, dass zum anderen aber zusätzlich ein Programm zur Förderung von Hallenneubauten aufgelegt werden solle. Von daher müsse man überlegen, ob ein Neubau der Stormarnhalle nicht die bessere Lösung sei.

Denn auch bei einer Sanierung muss fast alles in der Stormarnhalle erneuert werden. Der städtische Bauingenieur Andreas-Joachim Weich erläuterte die anstehenden Sanierungsarbeiten. Danach müssten die jetzige Holzdecke aus Brandschutzgründen abgebaut, alle Leitungen, Rohre und Kabel erneuert werden, der Fußboden entfernt und eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Dachdämmung, Erhöhung der Glasfassade auf das neue Dachniveau, die Schaffung neuer Fluchtwege, eine neue Beleuchtung und ein Teilabbau der Akustikwand seien erforderlich.

Ein Problem stellten die Betonträger im Dach dar: „Die Firma, die die Betonträger gebaut hat, ist 1979 in Konkurs gegangen“, erläuterte Weich. „Dadurch fehlen die Unterlagen über die Statik der Träger.“ Die müsse aufwendig neu errechnet werden. Aufgrund des hohen Gewichts und der unbekannten Statik ist auch die angestrebte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach keine Option.

Anita Klahn (FDP) monierte, dass auch bei einer Sanierung hohe Abriss- und Entsorgungskosten anfielen, die in der Kostenübersicht nicht enthalten seien. Ebenso wenig sei der Sportentwicklungsplan von 2009 berücksichtigt worden. „Wie sieht es bei den Sporthallen der Theodor-Mommsen-Schule und der Ida-Ehre-Schule aus?“, fragte Klahn. Ein Abriss und Hallenneubau seien wahrscheinlich günstiger.

Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing regte an, den Förderantrag für die Sanierung jetzt zu stellen. Wenn man später sehe, dass tatsächlich ein Förderprogramm für Neubauten komme und ein Neubau dann gewünscht sei, könne man den Antrag wieder zurückziehen.

So sei die Förderung aber zunächst beantragt. Bürgermeister Jörg Lembke ergänzte, dass die Förderung durch den Bund aussichtsreicher sei, weil dort wesentlich höhere Summen zur Verfügung stünden. „Ein Großteil der Kosten würde gefördert.“ Gegen die Stimmen von FBO und FDP wurde der Beschlussvorschlag für die große Sanierung mit der Option auf Neubau angenommen. ba

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