Poggensee: Wohnmobilprojekt auf der Kippe

Stormarner Tageblatt  17.11.2020

Politik kritisiert angedachte Stellplätze für mobile Touristen unweit des Freibads – auch aus Umweltaspekten

Hier soll der Übernachtungsparkplatz  entstehen.  niemeier
Hier soll der Übernachtungsparkplatz entstehen. niemeier

Bad Oldesloe Bad Oldesloe ist bei Wohnmobiltouristen beliebt. Zumindest bei denen, die auf der Durchreise sind. Das betont die Stadtverwaltung immer wieder und das sehen Passanten am Exer vor allem in den Sommermonaten auch, wenn die kostenlosen Stellplätze für die Touristen auf vier Rädern zumeist mehr als nur sehr gut belegt sind.
Daher spricht Agnes Heesch, bei der Stadtverwaltung für Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus zuständig, auch schon lange davon, dass das Angebot für Wohnmobilreisende in der Kreisstadt verbessert werden sollen. Sie geht aktuell von 5000 bis 6000 Übernachtungen von Touristen in ihren rollenden Ferienwohnungen aus.  Verbesserungen und Erweitungern sollte es daher nicht nur am Exer geben. Monatelang hieß es, dass im Ortsteil Poggensee, in der Nähe des idyllisch gelegenen Freibads mehrere Stellplätze für Wohnmobile entstehen sollen — eingerichtet durch die Vereinigten Stadtwerke.
Das klang stets wie ein Fakt, war es aber nicht. Denn die Stadtverwaltung und offenbar auch die VSG haben die Rechnung ohne die Lokalpolitik gemacht und die zog kräftig an der Planungsbremse. „Der Poggensee ist ein schützenswertes Biotop. Gerade nach Feierabend im Freibad soll dort auch mal Ruhe einkehren“, sagte Matthias Adrion (Die Grünen). Außerdem sei er sich sicher, dass es außerdem nicht mal ein wirtschaftlich gesehen intelligenter Standort sei. Annelie Strehl (FBO) kritisierte den angedachten Standort auf dem Parkplatz. „Da sind doch in der Hochsaison so schon zu wenig Parkplätze. Gibt es nicht eine andere Möglichkeit? Das Klangstadt-Open Air hatte doch auch mal einen anderen Bereich für Camper genutzt“, sagte sie. Ihr Fraktionskollege Dirk Sommer schlug vor, lieber an einer anderen Stelle einen „richtigen, kleinen Campingplatz entstehen zu lassen“. 30.000 Euro soll die Einrichtung von drei Plätzen kosten. Aktuell sollten aber nur 2.000 Euro für die Planungen genehmigt werden. Dem konnten die Mitglieder des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss zustimmen. „Wir sind auch skeptisch, was den Standort angeht. Aber wir möchten sehen und hören, was dort überhaupt möglich wäre, daher stimmen wir Planungskosten zu“, sagte Jens Wieck (CDU). Jürgen Fahl, Leiter der Bad Oldesloer Stadtwerke, verspricht sich von den Stellplätzen eigentlich auch eine „soziale Kontrolle“ für den Bereich. Denn aktuell fänden dort abends illegale Treffen oder auch Wild-Camping statt. Das würde sich seiner Meinung nach ändern, wenn es offizielle Wohnmobilstellplätze gebe. Er warb entsprechend dafür, die Idee durchführen zu können. Ein positives Votum bekam er aber nur für die 2.000 Euro Planungskosten. nie

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