Streit um Biotop in Poggensee

Stormarner Tageblatt  19.11.2020

Die Verwaltung wird sich mit dem Fall beschäftigen und klären, ob durch die Fäll-Aktion gegen Gesetze verstoßen wurde

Finn Fischer Bad Oldesloe Die Eigentümerin eines Grundstücks in Poggensee wehrt sich gegen Anschuldigungen der Oldesloer SPD-Fraktion. Die Behauptungen der Partei, dass in dem Ortsteil ein Biotop in einer „Nacht- und Nebel-Aktion“ dem Erdboden gleichgemacht wurde (wir berichteten), seien haltlos. Bei dem Grundstück handelt es sich um ein Areal, auf dem mehrere Wohneinheiten gebaut werden sollen. Allerdings sei die Fläche laut Stadtverwaltung auch ökologisch hochinteressant.
Vor einigen Wochen fanden auf dem Grundstück überraschend Fällarbeiten statt. Mit schwerem Gerät sei dort das vorhandene Gehölz abgesägt worden, wie Hans-Hermann Roden (SPD) kritisiert: „Dieses Biotop lag mittig in einem Bereich des Ortsteils Poggensee, der als Landschaftsschutzgebiet geplant war.“
Daraufhin wurde die Beratung über die Änderung des entsprechenden Flächennutzungsplans in eine Wohnbaufläche im zuständigen Umwelt, Energie und Verkehrsausschuss zurückgestellt.
Zunächst wird sich jetzt tatsächlich auch die Oldesloer Stadtverwaltung mit dem Fall beschäftigen und die Frage klären, ob durch die Fäll-Aktion gegen bestehende Gesetze verstoßen wurde, wie Bauamtsleiter Kurt Soeffing erläutert: „Die Fläche ist ökologisch interessant, wurde aber auch in Blick gefasst für eine rückwärtige Bebauung.“ Vor allem wegen der Poggenbek habe das Gelände eine besondere ökologische Bedeutung. „Jetzt haben wir die Situation, dass ein Waldbereich abgeholzt wurde. Das wird jetzt auch auf naturschutzrechtliche Belange überprüft“, unterstreicht Soeffing.
Der Bebauungsplan Nr. 61 „Poggensee“ strebt eine Erweiterung von bis zu zwölf Wohneinheiten im südlichen Bereich des Ortsteils Poggensee an. Der derzeit wirksame Flächennutzungsplan der Stadt Bad Oldesloe weist in diesem Bereich eine Fläche für die Landwirtschaft und ein geplantes Landschaftsschutzgebiet aus. Zentral im Gebiet ist ein geschütztes Biotop ausgewiesen. Im Norden und Osten grenzen gemischte Bauflächen, im Süden Flächen für den Wald an. Mit der Ausweisung als Wohnbaufläche soll eine angemessene Erweiterung der Wohnbebauung ermöglicht werden.
„Das sind schwere und haltlose Beschuldigungen, die da geäußert wurden“, sagt Juren Rode-Hickstein und stellt klar: Es handele sich um kein rechtlich geschütztes Biotop. Nachhaltig zerstört sei aus ihrer Sicht dort – entgegen der Behauptungen – nichts worden. „Alle sind eingeladen, sich das Grundstück anzuschauen“, bietet sie an. Laut Rode-Hickstein seien auf zwei Dritteln des Grundstücks Ausgleichsflächen für Bodenversiegelungen vorgesehen. Der Bereich entlang der Poggenbek solle unberührt bleiben.

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