Oldesloes Jugend wünscht sich einen Pumptrack

Lübecker Nachrichten   02.12.2020

Spezielle Bahn für Räder, Roller und Skater ist der Traum vieler – Schnell wird sich dieses Projekt nicht verwirklichen lassen – Verwaltung soll jetzt prüfen, wo die Bahn entstehen könnte

Bad Oldesloe. Pumptrack – dieser Begriff ließ in den Köpfen der Oldesloer Lokalpolitiker zunächst ein großes Fragezeichen aufleuchten, als sie die Unterlagen für den jüngsten Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss studierten. Doch nachdem sich alle schon an den „Dirtpark“ und das „Skateland“ gewöhnt hatten, fiel es nicht weiter schwer zu ermitteln, dass sich dahinter eine neue Trendsportart verbirgt.

Den Antrag, einen solchen für Mountainbikes, Skater und Roller konzipierten Rundkurs in Bad Oldesloe zu bauen, hatte der Kinder- und Jugendbeirat eingebracht. Dafür spreche, dass die Anlage von Sportlern unterschiedlicher Altersgruppen, also auch von Erwachsenen, genutzt werden könne. Zudem sei es eine ideale, ganzjährig befahrbare Strecke, während der Dirtpark im Winter hoffnungslos verschlammt und deshalb monatelang nicht nutzbar sei.

„Danke, wir haben wieder etwas Neues gelernt“, leitete Jörn Lucas (CDU), die Stellungnahme seiner Fraktion zum Projekt ein, um aber postwendend zu dokumentieren, dass sich eine solche Anlage in Bad Oldesloe sicherlich nicht so einfach bauen lässt. Es werde schwierig, einen geeigneten Platz zu finden. Gegebenenfalls müsse Baurecht an der Stelle geschaffen werden. Auch die Mittel zum Bau müssten eingeworben werden. Das alles werde angesichts der angespannten Haushaltslage nicht sehr bald zu einer gewünschten Umsetzung führen. Deshalb schlage er vor, regelmäßige Fahrten zu einer schon bestehenden Anlage bei Neumünster zu unterstützen.

Während auch Anita Klahn (FDP) Vorbehalte äußerte und daran erinnerte, dass mit der Investition Folgekosten verbunden seien, stellte sich Hendrik Holtz (Die Linke) „rückhaltlos“ hinter den Antrag. „Street-Culture ist ein unglaublich wichtiger Punkt für die Jugendlichen. Die Finanzen als Totschlagargument für alles zu nehmen, ist nicht richtig. Wir sollten erst einmal sehen, was es kostet“, erklärte er.

Dagmar Danke-Beyer (Grüne) sprach sich ebenso dafür aus, den Beirat zu unterstützen. Den Jugendlichen sei klar, dass es sich um ein langfristiges Projekt handele – „allein schon, weil Fördermittel beantragt werden müssen, um es realisieren zu können“, sagte sie. Carsten Stock (SPD) stellte zudem klar, dass die Jugendlichen lediglich einen Prüfauftrag an die Verwaltung erteilen wollten, es sich also noch nicht um eine konkrete Planung handele.

Der Beirat konnte sich letztlich mit seinem Antrag durchsetzen. Einzig die CDU-Fraktion stimmte dagegen. Beiratsvorsitzender Lennard Hamelberg bedankte sich zudem dafür, dass Fahrten zum Pumptrack nach Mühbrook nördlich von Neumünster finanziell unterstützt werden sollen. dvd

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