Polizei: Exer-Sperrungen nach Corona-Verstößen „alternativlos“

Stormarner Tageblatt  12.12.2020

Die Sport- und Freizeitflächen bleiben weiterhin gesperrt / Eine Diskussion darüber könne es nicht geben

Der gesperrte Street-Workout-Platz am Exer.  niemeier
Der gesperrte Street-Workout-Platz am Exer. niemeier

Patrick Niemeier
Bad Oldesloe Ungerecht, unfair und überzogen — so lauteten so manche Urteile über die Corona-bedingte Vollsperrung der Freizeitflächen am Bad Oldesloer Exer: Skateland, Street-Workout und Dirt-Park stehen nicht zur Verfügung. Vor allem sei es auch unglücklich, dass der Kunstrasenplatz nicht mehr für den Schulsport genutzt werden könne, hieß es von Seiten der Bildungseinrichtungen.
Andere Mitbürger machten sich Sorgen um die Jugendlichen. Die Frage sei doch, wo diese sich sonst treffen sollen. Die Antwort lautet: Angesichts der Infektionszahlen möglichst gar nicht. Unter anderem die Fraktion der Linken hatte jetzt angekündigt, zu fordern, dass die Sperrung aufgehoben werde. Es sollte lieber mit den Jugendlichen ein Konzept erarbeitet werden oder eine regelmäßige Kontrolle stattfinden.
Polizeirevier-Leiter Michael Demski machte klar, dass die Sperrung des Exer trotz aller Kritik absolut alternativlos gewesen sei und weiterhin bleibe. Während sich die meisten Oldesloer spätestens nach Ansprache von Polizeistreifen einsichtig zeigen würden und sich an die Corona-Regeln halten, sei das am Exer eben zu oft nicht der Fall gewesen. Zu viele jugendliche Nutzer hätten sich nicht so einsichtig und vernünftig gezeigt, wie man das zunächst noch gehofft hatte. Die Kontrolle der gesperrten Bereiche sei außerdem jetzt erhöht worden, teilte Demski mit.
Die Sperrungen waren auch für Corona-Maßnahmenkritiker ein gefundenes Fressen, sahen sie doch darin eine Gängelung der sowieso schon eingeschränkten Jugendlichen in ihrer Freizeitgestaltung und den Aufruf zum Denunziantentum, weil die Stadtverwaltung darum gebeten hatte, Vergehen gegen die Sperrungen dem Ordnungsamt oder der Polizei zu melden.
Die Kundgebungen der wenigen Querdenker in der Stadt seien kein Problem, so Demski. „Wir sind dort vor Ort. Sie haben ihre Meinung und es gehört dazu, dass sie die halt auch äußern dürfen. Wir schützen die Kundgebung und haben sie auch im Blick“, sagt der erfahrene Polizist. „Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut“, führt er weiter aus. Mittlerweile habe sich auch eine regelmäßige Demo gegen die Querdenker formiert, die natürlich auch ihren Standpunkt klarmachen dürfe.
Ansonsten gebe es bisher keine größeren Einsatzgeschehnisse oder Auffälligkeiten mit Blick auf Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen in der Kreisstadt. Auch ein prognostizierter Anstieg häuslicher Gewalt durch Quarantäne-Situationen sei nicht zu verzeichnen, stellte der Polizeirevier-Leiter klar.

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