102 neue Infizierte: Das gilt in der Quarantäne

Lübecker Nachrichten   22.12.2020

Infizierte und enge Kontaktpersonen müssen jetzt auch ohne Anweisung des Gesundheitsamtes in Quarantäne. Dort gelten klare Regeln. Über das Wochenende kamen 102 Neuinfektionen hinzu, der Inzidenzwert erreichte eine Rekordmarke.

 

Bad Oldesloe. Stormarns Landrat Henning Görtz (CDU) hatte es bereits in der vergangenen Woche gefordert, am Wochenende beschloss das Land Schleswig-Holstein nun neue Quarantäne-Regeln: Danach müssen Corona-Infizierte und enge Kontaktpersonen unverzüglich selbstständig in die häusliche Isolation. Bislang konnten sich diese Personen ohne Quarantäne-Anweisung des örtlichen Gesundheitsamtes noch frei bewegen – was offenbar Stormarner Bürger auch taten.

„Das hohe Infektionsgeschehen kann dazu führen, dass das Gesundheitsamt nicht unverzüglich nach Vorliegen der Erkenntnis über ein positives Testergebnis oder die Einstufung als Kontaktperson der Kategorie 1 einen Quarantänebescheid zustellen kann“, erläutert Michael Drenckhahn, Sprecher des Kreises Stormarn, in der Mitteilung zur neuen Allgemeinverfügung der Kreisverwaltung. Diese soll verhindern, dass positive getestete Personen das Virus weiter verbreiten.

Betroffene sind nunmehr verpflichtet, sich unverzüglich nach Bestätigung der Corona-Infektion auf direktem Weg in ihre Wohnung zu begeben und sich bis auf Weiteres ständig dort aufzuhalten. Sie dürfen nur für weitere Testungen ihre Wohnung verlassen – ohne Zwischenstopp, mit Mund-Nasen-Bedeckung und nicht mit Bus oder Bahn. Außerdem sind die Personen verpflichtet, sich und ihren engsten Kontakte unverzüglich beim Fachdienst Gesundheit des Kreises Stormarn zu melden.

Am Wochenende kamen in Stormarn 102 Neuinfektionen hinzu, der Inzidenzwert stieg auf 150 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, gerechnet auf 100 000 Einwohner.

Während der Quarantäne zu Hause – betroffen sind derzeit mehr als 2000 Menschen in Stormarn – gelten laut Allgemeinverfügung klare Regeln: Kein enger körperlicher Kontakt zu Familienangehörigen und anderen Personen, Abstand von 1,50 bis zwei Metern, Benutzung von Einwegtaschentüchern beim Naseputzen, Tragen eines eng anliegenden Mund-Nasen-Schutzes, wenn es unvermeidlich ist, dass der Raum mit Dritten geteilt werden muss. Die Maske ist bei Durchfeuchtung, spätestens nach zwei Stunden zu wechseln. Außerdem muss ein Tagebuch geführt werden in Bezug auf Symptome, Körpertemperatur (zweimal täglich messen), allgemeine Aktivitäten und Kontakte zu weiteren Personen. Diese Punkte gelten ausdrücklich nicht für Pflegebedürftige.

In der Verfügung heißt es weiter: „Bei Auftreten von Symptomen wie Fieber oder erhöhter Temperatur, Husten, Reizung des Rachens oder Schnupfen ist unverzüglich der Fachdienst Gesundheit des Kreises Stormarn zu informieren.“ Personen in Quarantäne dürfen nicht arbeiten; ausgenommen ist Homeoffice, wenn dies ohne Kontakt zu anderen Personen möglich sei. Die Anordnungen gelten zunächst bis zum 15. Januar, Zuwiderhandlungen können nach Paragraf 73 des Infektionsschutzgesetzes mit einem Bußgeld von bis zu 25 000 Euro geahndet werden.

Aufgrund der Vielzahl der Anrufe und der bevorstehenden Feiertage sollen Betroffene möglichst die Kontaktmöglichkeit per Mail nutzen: Gesundheitsamt@Kreis-Stormarn.de. mc

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