Kein kostenloses Parken

Lübecker Nachrichten   23.12.2020

Corona und Weihnachten: Kann die Oldesloer Verwaltung bei Falschparkern momentan nicht mal ein Auge zudrücken? Das wünschen sich einige Bürger. Und die Wirtschaftsvereinigung hat auch einen Vorschlag dazu.

Bad Oldesloe. „Muss das wirklich sein jetzt zu diesem Zeitpunkt?“, fragt Ralf Klesch (58) auf dem Parkplatz an der Hagenstraße und deutet auf einen Knöllchenschreiber der Stadt Bad Oldesloe. „Wir haben Corona, der Einzelhandel leidet. Und diejenigen, die die lokalen Geschäfte unterstützen wollen, werden noch bestraft, wenn sie falsch parken“, ärgert sich der Mann, der bei einigen Läden etwas bestellt hat und es jetzt abholen möchte. „Ich würde mir da etwas mehr Fingerspitzengefühl wünschen oder kostenloses Parken vor Weihnachten.“ Vor einem Jahr war das in Bad Oldesloe möglich – allerdings nur, weil so viele Automaten kaputt waren.

Bürgermeister Jörg Lembke lehnt das Ansinnen jedoch ab. Sein Hauptargument: „Der ruhende Verkehr muss durchgetauscht werden, der Parkplatz Hagenstraße wird sonst für einige zum Dauerstellplatz.“ Diejenigen, die in der Innenstadt arbeiten, stellten sich morgens dort hin und könnten ihr Auto den ganzen Tag dort kostenlos parken. Lembke verweist zudem auf die großzügigen Angebote der Stadt: für Kurzzeitparker die Brötchentaste (15 Minuten kostenlos über eine bestimmte Tastenkombination am Automaten), drei Stunden kostenfreies Parken auf dem Exer sowie ein Tagesticket für zwei Euro für das Parkhaus Königstraße. Er verweist zudem auf die Möglichkeit des Handyparkens. Damit lasse sich unkompliziert die Parkzeit verlängern, sollte man es nicht rechtzeitig zurück zum Auto schaffen.

Darauf zielt eine Beschwerde einer Oldesloer Bürgerin ab, die kurz nach Ablauf der Parkzeit ihr Auto erreichte und ein Knöllchen vorfand. Bei der Verwaltung biss sie mit ihrem Gnadengesuch jedoch auf Granit, es schaltete sich aber die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe in die Diskussion ein. „Eine Parkzeitüberschreitung ist nun mal eine Parkzeitüberschreitung. Rechtlich ist das natürlich alles korrekt“, sagte deren Vorsitzende Nicole Brandstetter. „Gleichwohl möchte ich anregen, ein versöhnliches Zeichen zu setzen. Dabei schaue ich auf Städte wie zum Beispiel Passau oder dieses Jahr Germersheim, in denen die städtische Verkehrsüberwachung Falschparker verschont und statt Strafzetteln Weihnachtsgrüße verteilt hat. Neben einem Imagegewinn für die Verwaltung könnten Weihnachtsshoppende und Gewerbetreibende unterstützt werden, was gerade in Coronazeiten absolut notwendig für unsere Innenstadt ist“, meint Nicole Brandstetter.

Freundliche Verwarnung statt Ordnungsgeld: Dieser Idee steht Bürgermeister Jörg Lembke sogar offen gegenüber. „Vielleicht machen wir das mal“, sagte Lembke den LN, ließ dabei jedoch offen, ob das schon demnächst der Fall sein könnte. Und wenn, könne man das auch nur einmal machen und natürlich ohne vorherige Ankündigung. mc

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