Fehlende Sportstätten: VfL Oldesloe fordert Politik zum Handeln auf

Lübecker Nachrichten   03.01.2021

Die marode Stormarnhalle und der Mangel an Trainingsmöglichkeiten sind aus dem Fokus geraten. Frank Funk vom VfL appelliert an die Politik, möglichst bald Entscheidungen zu treffen

Von Dorothea von Dahlen

Sorgenkind Stormarnhalle: noch ist nicht klar, ob sie saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll.Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Um das Thema Stormarnhalle und den Bau neuer Sportstätten ist es ruhig geworden. Doch jetzt schaltet sich Frank Funk vom VfL Oldesloe von 1862 in die Debatte ein. Der für Sporthallen und Sportplätze zuständige Funktionsträger des Vereins ist verärgert darüber, dass von Seiten der Politik keine definitive Entscheidung getroffen wurde, wie angesichts fehlender intakter Trainingsstätten nun weiter verfahren werden soll.

Funk wirft der Politik vor, auf der Bremse zu stehen, wenn es um den konkreten Auftrag für Planungen an die Verwaltung geht. „Das Problem ist, dass keiner den ersten Schritt macht. Das ist das, was mich an der Politik so ärgert, dass man das Thema immer wieder zerredet, obwohl alle sagen: ’Wir sehen den Bedarf ja auch’. Aber es fängt keiner an, die Sache auf den Weg zu bringen“, sagt Funk. Ihm sei schon klar, dass es Jahre dauern werde, bis ein solches Projekt fertig stehe. Aber solange die Stadt nicht anfangen könne zu planen, gebe es auch keine Chance, Fördertöpfe von Land oder Bund in Anspruch zu nehmen. Denn sobald Programme aufgelegt würden, hätten stets die Kommunen die Nase vorn, die bereits ein ausführungsreifes Projekt in der Schublade liegen hätten.

„Ich kann ja verstehen, dass alle einen Blick auf die Haushaltslage haben müssen, gerade jetzt in Corona-Zeiten. Aber unsere Sportstätten sind relativ alt. Die Stadt ist größer geworden. Man muss sich nur anschauen, wie groß unsere Schulen inzwischen geworden sind“, sagt Funk. Eine höhere Schülerzahl bedinge auf der anderen Seite auch einen zusätzlichen Bedarf an Sportstätten. Dass es erst eingehend recherchiert werden müsse, wo es Engpässe gebe, um entscheiden zu können, sei vorgeschoben. Denn die Zahlen, die Auskunft darüber gäben, wie hoch der Nutzungsgrad der Sportstätten von Schulen und Vereinen sei, lägen bereits seit Längerem vor. Die Verwaltung habe sie mit dem Vorschlag, eine neue Halle im Bereich des Schulzentrums Olivet-Allee zu errichten, an den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) schon bekannt gegeben.

Letzteren Vorschlag findet Funk im Übrigen sinnvoll. In Schulnähe sei eine neue Halle sicher besser angesiedelt als auf dem zehn Hektar großen Areal im Nordwesten der Stadt, das ebenfalls im Gespräch sei. „Generell finde ich die Idee des Bürgermeisters, eine zusätzliche Fläche für Sport zu schaffen, schon begrüßenswert, weil der Tennis- und Hockey Club plant, dort auch eine Tennishalle zu bauen. Dass wir dort auch Trainingsplätze für andere Vereine der Stadt zur Verfügung stellen können, ist doch auch wünschenswert“, sagt der Sportfunktionär.

Die im BSKA vorgebrachte Idee, mehrere kleinere Hallen in den einzelnen Stadtteilen von Bad Oldesloe zu errichten, hält Funk dagegen für kaum praktikabel. Schließlich müsse es dann an Ort und Stelle einen zuständigen Betreiber geben. Hinzu komme, dass im Umfeld solcher Hallen in Wohngebieten schon mit Lärmemission zu rechnen sei, ein Gegenargument, das auch bei der Auswahl des Schulzentrums als Standort in die Debatte eingeworfen worden sei. Sinnvoller sei es eher dezentrale Räume in den Stadtteilen anzubieten, die zeitweise für Sport genutzt werden könnten. Das sei sicherlich für ältere Menschen von Vorteil, die nicht mehr so mobil seien, um weite Wege in die Innenstadt zurückzulegen.

Was die Zukunft der Stormarnhalle anbelangt, so zeigt sich auch Funk nicht ganz sicher. „Es kommt auf die Kosten an – ob es teurer ist, die Halle zu sanieren oder eine neue zu errichten“, sagt er. Komme es zum Abriss mit anschließendem Neubau, müsse man sich im Klaren darüber sein, dass keine weitere Halle mehr gebaut werden könne. Unter Umständen sei Letzteres aber möglich, wenn die Sanierung der Stormarnhalle moderat ausfalle.

Eines mag Funk aber keinesfalls so stehen lassen: „Der Aussage aus der Politik, es gebe kein Sportstättenkonzept für Bad Oldesloe, muss widersprochen werden. Schon 2009 hat die Stadt eine erhebliche Summe für ein Sportentwicklungskonzept ausgegeben. Seitdem wurden aber nur bestehende Hallen ausgebessert, einen Neubau gab es nicht“, sagt der VfLer frustriert. Er hofft, dass im kommenden Jahr wieder Fahrt in die Angelegenheit kommt.

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