Wo endet die Freiheit?

Stormarner Tageblatt  08.01.2021

Wenn der Corona-Inzidenzwert in Stormarn über 200 steigt, werden 15-Kilometer-Grenzen gezogen

Patrick Niemeier
Bad Oldesloe Das Corona-Virus breitet sich auch in Stormarn wieder verstärkt aus. Aktuell liegt die Inzidenz im Kreis bei 105,7. Wenn sie 200 überschreiten sollte, greifen laut der neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ab Montag, 11. Januar, neue Bewegungseinschränkungen. Denn dann dürfen Personen aus dem Kreis, der diese Inzidenz aufweist, sich nur noch 15 Kilometer vom Wohnort wegbewegen. Ausgenommen wären die Wege zur Arbeit, zur Kita oder zum Arzt. Private Besuche, Tagesausflüge oder der Einkauf in der benachbarten Stadt hingegen, wären keine hinreichenden Gründe, um den 15-Kilometer-Radius zu verlassen. Momentan würde diese Maßnahme noch keinen Kreis oder eine kreisfreie Stadt in Schleswig-Holstein betreffen. Auf diesen Karten sieht man allerdings schonmal, was es bedeuten würde, wenn dieser Fall in Stormarn eintreten würde. Die Grenzen errechnen sich dabei allerdings jeweils nicht ab Ortsmittelpunkt sondern ab Ortsgrenze, weshalb der Radius minimal größer wäre, als auf den dargestellten Karten.
Aus Bad Oldesloe käme man so zum Beispiel bis nach Hamberge, aber nicht mehr nach Lübeck. Aus Ahrensburg nur noch in die Hamburger Randgebiete, aus Bargteheide nicht mehr nach Reinfeld, aus Reinfeld allerdings noch bis nach Stockelsdorf. Es gibt einige Kritik an der Maßnahme, weil zum Teil auch von Juristen noch die Verhältnismäßigkeit in Frage gestellt wird. Außerdem kritisieren Maßnahmengegner den doch drastischen Eingriff in die Bewegungsfreiheit. Kritisiert wird auch, dass Stadtbewohner einen viel größeren Bewegungsradius als Dorfbewohner behalten würden.

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