Schlange stehen vorm Impfzentrum – Kreis will Probleme beheben

Lübecker Nachrichten   09.01.2021

Das Impfzentrum in Bad Oldesloe hat seine Arbeit aufgenommen. 480 Stormarner haben die erste Impfdosis erhalten. Allerdings belasteten Schlangestehen und längere Wartezeiten die über 80-Jährigen. Der Landrat bittet um Geduld bei der Terminvergabe.

Bad Oldesloe. Seit Montag wird auch in Bad Oldesloe gegen Corona geimpft. Wenn sie einen Termin ergattern konnten, gab es für Senioren über 80 in der Jugendherberge in Bad Oldesloe eine Spritze. „Das Impfzentrum des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe hat an den ersten vier Tagen seine Bewährungsprobe im Echtbetrieb ohne wesentliche Probleme bestanden“, lobt Kreissprecher Michael Drenckhahn. Doch nicht nur bei der Terminvergabe hakte es noch ein wenig.

Am Donnerstagnachmittag standen die Ü-80-Jährigen trotz ihrer vereinbarten Termine im Regen Schlange vor dem Impfzentrum – und das teilweise bis zu einer halben Stunde und länger. Für viele eine Kräfte raubende Prozedur. Den späteren Ablauf in der Impfstraße lobten die Impflinge dann allerdings.

Das Schlangestehen zuvor solle die Ausnahme bleiben. „Es zeigt sich nun mal erst in der Praxis, wo es noch nicht so glatt läuft“, erklärt der Kreissprecher auf Anfrage. Die Probleme seien erkannt und würden abgestellt. „Größere Wartezeiten im Impfzentrum traten bislang nur an einem Tag auf. Die Mitarbeiter des Impfzentrums arbeiten daran, die Ursachen der verlängerten Wartezeit zu beseitigen. Alle zu impfenden Personen waren meist mehr als pünktlich und die Abläufe in der Einrichtung werden zunehmend routinierter“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

In einer Pressemitteilung wird die gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter im Impfzentrum gelobt. Im Einsatz sind Kollegen der Johanniter Unfallhilfe (JUH), Bundeswehr (BW), Kreisverwaltung, des Ordnungsdienstes sowie Ärzte und Ärztinnen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Sie haben an den ersten vier Tagen alle zur Verfügung gestellten 480 Impfdosen verabreicht. 80 Prozent der Impflinge waren älter als 80. Die restlichen 20 Prozent verteilten sich auf Impfberechtigte aus medizinischen Einrichtungen, also Mitarbeiter von Pflegeheimen und aus dem Rettungsdienst.

„Es gab in den ersten vier Tagen weder medizinische Notfälle noch Schwierigkeiten bei der Bereitstellung des Impfstoffes“, sagt Kreissprecher Michael Drenckhahn. Die Lieferungen des Impfstoffes hat das Technische Hilfswerk (THW) übernommen. Die Dosen werden täglich entsprechend der Anmeldungen ausgeliefert. Die Gesamtleitung des Zentrums obliegt dem Kreis. Auch die Impfungen durch mobile Teams in den Alten- und Pflegeeinrichtungen werden ausgeweitet. Im Kreis haben bis 5. Januar in zehn stationären Pflegeeinrichtungen 925 Personen von mobilen Impfteams ihren ersten Piks erhalten.

Neue Termine für die am 18. Januar beginnende Woche werden laut Mitteilung des Sozialministeriums von Dienstag, 12. Januar, 8 Uhr, an unter der Telefonnummer 08 00/455 65 50 oder unter www.impfen-sh.de vergeben. Es wird erneut mit einem sehr großen Andrang auf die verfügbaren Plätze gerechnet. Unter www.impfen-sh.de sind auch weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung zu finden. Der Kreis Stormarn weist darauf hin, dass er keinen Einfluss auf das Verfahren der Terminvergabe habe.

„Ich freue mich über die sehr große Impfbereitschaft der Stormarner und Stormarnerinnen. Wir sind erst am Anfang eines Impfmarathons“, sagt Landrat Dr. Henning Görtz und bittet um Geduld. „Ich bitte all diejenigen, die noch keinen der raren Impftermine erhalten haben, um Geduld und Ausdauer. Jeder, der geimpft werden möchte, wird die Möglichkeit erhalten. Wegen der begrenzten Impfstoffversorgung wird dies je nach Prioritätsgruppe aber noch Zeit in Anspruch nehmen.“

Es sei allerdings absehbar, dass die Zahl der Termine, die pro Tag in den Impfzentren abgearbeitet werden kann, in Kürze steigen wird. „Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, werden auch mehr Stormarnerinnen und Stormarner versorgt. Unsere Impfzentren sind jederzeit in der Lage, ihre Kapazitäten zu erhöhen. Wir sind bereit“, sagt der Landrat. tc

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