Neues Wohngebiet Claudiussee: Bewohner sollen mitgestalten

Lübecker Nachrichten   10.01.2021

Anstelle einer Bürgerversammlung lädt die Oldesloer Stadtverwaltung die Einwohner des Gebiets zu einer Online-Umfrage ein. Bei ihr können Ideen zur Gestaltung abgegeben werden.

Von Dorothea von Dahlen

Sophia freut sich, dass es am Wohngebiet Claudiussee einen Berg zum Rodeln gibt. Vater Cornelius Bogdan-Filusz ist sich aber sicher, dass der Spielplatz dort nicht mehr reichen wird, wenn das Gebiet komplett besiedelt ist.Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Bestes Rodelwetter für Sophie. Mit wachsender Begeisterung saust sie den kleinen Abhang auf dem Spielplatz im neuen Wohngebiet am Claudiussee hinab, gut behütet von Vater Cornelius Bogdan-Filusz. „Noch ist hier das Angebot an Spielgeräten ausreichend. Aber wenn erst alle Häuser bezogen sind, könnte es knapp werden“, sagt er. Denn perspektivisch entstehen auf dem Areal derzeit noch 19 Reihenhäuser, dazu sechs Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser mit mehr als 200 Wohnungen. Zudem werden auf dem einstigen Soex-Gelände weitere 200 Wohneinheiten geplant. Axel Schulz, Geschäftsführer der Schulz & Partner Immobilien GmbH, schätzt, dass die Stadt um rund 400 Einwohner gewachsen sein wird, wenn das Gebiet, das er vermarktet, vollständig besiedelt ist.

Damit sich die Bewohner, aber auch Spaziergänger aus den angrenzenden Siedlungen dort wohlfühlen, soll das Gebiet mit Anpflanzungen aufgehübscht werden. Es sollen neue Tummelplätze für Kinder aus dem gesamten Quartier und Treffpunkte für die Erwachsenen geschaffen werden. Damit das Ganze nicht an den späteren Nutznießern vorbei geplant wird, ist inzwischen eine Umfrage gestartet worden, die in Erfahrung bringen soll, welche Angebote gewünscht werden. Da es sich um öffentliche Anlagen handelt, hätte die Stadt Bad Oldesloe normalerweise zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, um die Ideen und Vorlieben der Bewohner und ihrer Nachbarn einzuholen. Doch aufgrund der Corona-Beschränkungen war dies nicht möglich.

Deshalb gibt es jetzt eine interaktive Variante im Netz. „Auf unserer Homepage kann diesbezüglich ein Fragebogen ausgefüllt werden, dessen Ergebnisse mit in die Gestaltung einfließen sollen“, sagt der Fachbereichsleiter Bürgeramt, Thomas Sobczak. Die Bewohner des Gebiets und des umliegenden Quartiers seien zudem angeschrieben worden. Redaktionsschluss für die Beteiligung sei am 15. Januar. Anschließend werde das Material von den Mitarbeitern des Mehrgenerationenhauses Oase ausgewertet und an die Planer weitergereicht.

„Wir nehmen auch die angrenzenden Straßen mit in den Plan hinein, weil viele Anwohner aus der Nachbarschaft ebenfalls über kleine Wanderwege ins Wohngebiet kommen“, sagt Ritva Krüger vom Ingenieurbüro Gosch und Priewe aus Bad Oldesloe. Sie entwickelt die Landschaftsplanung im Auftrag der Erbengemeinschaft der Familie Stumpf. Sie hat bereits einen anschaulichen Plan im PDF-Format erarbeitet, der auch auf den Seiten der Stadt zu sehen ist. Er zeigt, was überhaupt möglich ist in diesem Gebiet und unterbreitet schon einige Gestaltungsvorschläge. Demnach könnte die Claudiusstraße später von einer Baumreihe gesäumt und ein kreuzender, mit Obstbäumen bestandener Weg mit einer wassergebundenen Decke befestigt werden.

Der Grünzug an sich könnte mit Wackelenten und anderen Spielgeräten für Kleinkinder sowie Bänken ausgestattet werden. Durch ein aus dicht zusammenstehenden Bäumen gebildetes Tor soll es schließlich vom Wendehammer der Straße aus in eine weitere Grünanlage mit Bolzplatz, Grillstation, aber auch einigen Turngeräten fürs Balancieren sowie Bock- und Trampolinspringen und Schaukeln gehen. Für dieses Areal wird vorgeschlagen, einen Wanderweg in südliche Richtung anzulegen, der von Sträuchern und Bäumen bestanden ist. An dessen Ende soll erneut ein Baumtor zu einer kleinen Fitness-Station mit Outdoor-Stepper und anderen Geräten führen.

Welche weiteren Anregungen die Bürgerbeteiligung erbringen werden, bleibt abzuwarten. Im Fragebogen können die Anwohner etwa angeben, welche Freizeitaktivitäten sie bevorzugen wie etwa Radfahren, Fitness, Hund ausführen, Spielen oder auch Entspannung. In einem Freifeld ist genug Platz, die Wünsche eingehender zu formulieren.

Cornelius Bogdan-Filusz wüsste da schon etwas: „Ich fände es toll, wenn es um den See herum schöne Liegebänke geben könnte. Im Sommer ist es dort sehr idyllisch“, sagt er.

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